Rothenbaum im Tennis-Fieber: Weltklasse-Feld jagt Dach-Pokal
Der Rahmen hätte nicht spektakulärer sein können: Um das Teilnehmerfeld für die „Bitpanda Hamburg Open“ am traditionsreichen Rothenbaum (16. bis 23. Mai) vorzustellen, mieteten die Veranstalter von der Agentur Tennium den imposanten „Port des Lumieres“ in der HafenCity. Wo normalerweise auf 1.700 Quadratmetern multimediale Ausstellungen gezeigt werden, flimmerten diesmal die Bilder der Tennis-Stars über die zehn Meter hohen Projektionswände.
Spektakuläres Teilnehmerfeld für Sandplatz-Klassiker
„Die einzige Möglichkeit, das Feld zu beschreiben, ist: spektakulär“, betonte Turnier-Direktor Enric Molina (52) mit sichtlichem Stolz. Für die 120. Auflage des Sandplatz-Klassikers mit einem Preisgeld von 2.219.670 Euro haben sich elf Top-20-Spieler gemeldet, darunter vier aus den Top 10 der Weltrangliste. Der spanische Turnierchef schwärmte: „Ich glaube, es gab noch kein anderes ATP-500-Turnier mit so einer starken Entry-Liste und einem Cut bei Weltranglistenplatz 39. Das ist wirklich unglaublich.“
Neben Lokalmatador Alexander Zverev (28, Weltranglistenplatz 3) wollen sich zahlreiche weitere Top-Spieler in der Woche vor den French Open in Paris in Grand-Slam-Form bringen:
- Felix Augier-Aliassime (25, Platz 5)
- München-Sieger Ben Shelton (23, Platz 6)
- Lorenzo Musetti (24, Platz 9)
- Dänen-Star Holger Rune (22), der sieben Monate nach seinem Achillessehnenriss in Hamburg sein Comeback plant
- Titelverteidiger Flavio Cobolli (23, Platz 13)
Neuer Pokal mit ikonischem Design
Erstmals hat die Turnieragentur Tennium einen besonderen Pokal designen lassen, der in seiner Form das charakteristische Faltdach des Rothenbaum-Stadions aufnimmt. „Wir sind eines der Turniere mit den ikonischsten Stadien“, erklärte Molina begeistert. Die neue Trophäe soll damit die einzigartige Atmosphäre des traditionsreichen Tennis-Standorts würdigen.
Bangen um Zverevs Teilnahme
Doch ob tatsächlich alle angekündigten Stars antreten werden, bleibt ungewiss. Nach seiner Halbfinal-Niederlage in München gegen Cobolli hatte der müde Olympiasieger Zverev auf die Frage nach seiner Hamburg-Teilnahme nur zurückhaltend geantwortet: „Das werden wir sehen.“ Seine Teilnahme hängt vermutlich vom Abschneiden bei den vorangehenden Turnieren in Madrid und Rom ab.
„Ich bin mir 100 Prozent sicher, dass Sascha sich dem Turnier verpflichtet fühlt“, beteuerte Molina. „Wir erwarten ihn, wir wollen ihn hier haben und wir freuen uns auf ihn. Aber wir wissen, dass der Kalender sehr hart ist.“ Im vergangenen Jahr hatte Weltnummer eins Jannik Sinner (24) in letzter Minute abgesagt.
Andererseits besteht eine kleine Chance auf die Teilnahme von Carlos Alcaraz (22, Platz 2). Der Spanier befindet sich nach seiner Handgelenksverletzung aktuell in der Rehabilitation und könnte vor den French Open noch Matchpraxis benötigen.
Wildcards und Ticket-Boom
Fest steht: Der Deutsche Tennis Bund (DTB) kann noch vier Wildcards für das Hauptfeld vergeben. Über die Vergabe entscheidet Bundestrainer Michael Kohlmann (52) in den kommenden Wochen. Ob zwei dieser Wildcards tatsächlich an die bereits angekündigten Jan-Lennard Struff (35) und Justin Engel (18) gehen, ist daher noch nicht sicher.
Für die Fans ist das Turnier selbst der größte Star: Der Ticketverkauf liegt bereits 23 Prozent über dem Vorjahresniveau. DTB-Präsident Dietloff von Arnim (66) resümierte zufrieden: „Tennis funktioniert und lebt in Deutschland.“ Die Begeisterung für den Sandplatz-Klassiker am Rothenbaum scheint ungebrochen – auch wenn die endgültige Teilnehmerliste noch einige Überraschungen bereithalten könnte.



