Tennis-Star Panna Udvardy mit Waffenfoto erpresst: Drohungen vor Spiel in Antalya
Die ungarische Tennisspielerin Panna Udvardy (27) ist auf verstörende Weise von einem Unbekannten erpresst worden. „Die Person drohte mir, meiner Familie etwas anzutun, falls ich mein heutiges Spiel nicht verlieren würde“, schrieb die Sportlerin am Freitag auf Instagram. Die Drohungen erreichten sie auf ihrem Privathandy kurz vor ihrem Viertelfinalspiel beim WTA-Challenger-Turnier im türkischen Antalya gegen die Ukrainerin Anhelina Kalinina (29).
Verstörende Details der Erpressung
Der Unbekannte behauptete laut Udvardy, detaillierte Informationen über ihre Familie zu besitzen. „Sie wüsste, wo meine Familie wohnt, welche Autos sie fährt und dass sie ihre Telefonnummern hätte“, berichtete die Tennisspielerin. Besonders beunruhigend: Die Person schickte Fotos von Udvardys Familienmitgliedern sowie ein Bild einer Pistole. Das Spiel verlor Udvardy schließlich mit 6:7 und 5:7. „Es war wirklich beängstigend, so etwas zu erhalten“, gestand die Ungarin.
Polizeischutz und offizielle Anzeige
Nach den Drohungen erhielt die Weltranglisten-95. in der Türkei umgehend Polizeischutz. „Das Konsulat reagierte sehr schnell und schickte drei Polizeibeamte zu meinem Spiel, wofür ich sehr dankbar bin“, erklärte Udvardy. Die Polizei fuhr auch zu ihren Eltern und ihrer Großmutter nach Hause. Nach dem Spiel erstattete die Tennisspielerin offiziell Anzeige bei der türkischen Polizei.
Kein Einzelfall: Möglicher Datenabgriff bei WTA
Offenbar handelt es sich nicht um einen isolierten Vorfall. „Mir wurde mitgeteilt, dass ähnliche Drohungen in letzter Zeit auch anderen Spielerinnen widerfahren seien“, schrieb Udvardy. Es bestehe der Verdacht, dass persönliche Daten aus der WTA-Datenbank abgegriffen wurden. Dieser Vorwurf wird aktuell untersucht. Die Tennisspielerin forderte die WTA nachdrücklich auf, die Vorfälle gründlich zu untersuchen und die Spielerinnen besser zu schützen.
Appell gegen Normalisierung von Drohungen
„Ich möchte eines ganz klar sagen: Das ist nicht normal“, betonte Udvardy in ihrem emotionalen Instagram-Post. Auch für Sportlerinnen und Personen des öffentlichen Lebens seien Drohungen gegen Familien inakzeptabel, insbesondere wenn sie über private Telefonnummern erfolgten und mit verstörenden Bildern kombiniert würden. „Keine Spielerin sollte so etwas erleben müssen“, schloss die erschütterte Athletin ihre Stellungnahme. Die Frage, ob die Wettmafia hinter den Drohungen steckt, bleibt vorerst unbeantwortet, erscheint jedoch als naheliegende Vermutung.



