Alexander Zverev hat in einer wahren Nachtschicht das Viertelfinale beim Masters-1000-Turnier in Madrid erreicht. Der 29-jährige Deutsche setzte sich im Achtelfinale gegen den Tschechen Jakub Mensik mit 6:4, 6:7 (4:7), 6:3 durch. Der Sieg des Weltranglistendritten stand aufgrund der späten Ansetzung und der Spielzeit von 2 Stunden und 18 Minuten erst um 1:22 Uhr in der Nacht fest. „Ich bin definitiv glücklich mit dem Match und dem Sieg“, sagte Zverev nach der Partie.
Nächster Gegner: Flavio Cobolli
Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft der Weltranglistendritte auf den Italiener Flavio Cobolli. Cobolli hatte Zverev erst kürzlich im Halbfinale von München besiegt. Für Zverev ist es bereits das sechste Mal, dass er beim Sandplatzturnier in der spanischen Hauptstadt in die Runde der besten Acht einzieht.
Verzögerung durch Frauenmatch
Der bekennende Bayern-Fan Zverev hatte gehofft, dass sich das vor ihm angesetzte Frauenmatch zwischen Aryna Sabalenka und Hailey Baptiste in die Länge ziehen würde. So könnte er womöglich noch etwas vom Champions-League-Kracher der Münchner bei Paris St. Germain mitbekommen. Die Weltranglistenerste Sabalenka aus Belarus und die US-Amerikanerin Baptiste taten ihm den Gefallen: Erst nach 2 Stunden und 30 Minuten stand Baptistes Überraschungssieg in drei Sätzen fest.
Frust und Kampfgeist
Nach dem langen Warten durfte Zverev endlich auf den Platz – und überzeugte im ersten Satz komplett. Doch im zweiten Durchgang war Mensik der etwas bessere Spieler, während Zverev vermehrt Fehler einstreute. Beim Stand von 1:2 im dritten Satz feuerte Zverev aus Frust seinen Schläger zu Boden, kurz darauf musste er sich mit dem Handtuch Sand aus den Augen wischen. Doch der Olympiasieger von 2021 kämpfte sich zurück und holte sich schließlich mit dem ersten Matchball den Sieg.
Körperliche Verfassung
Körperliche Einschränkungen waren Zverev zumindest äußerlich nicht anzumerken. Tags zuvor hatte er nach seinem Sieg gegen den Franzosen Terence Atmane über physische Probleme im zweiten Satz berichtet, ohne diese konkret zu benennen.
Titelfavoriten in Madrid
Zverev gilt neben dem italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner als größter Titelkandidat beim mit rund 8,2 Millionen US-Dollar dotierten Turnier. Das Turnier in Madrid gilt als wichtiger Fingerzeig für die French Open, die ab dem 24. Mai stattfinden.
Sinner gegen Spaniens „Diamanten“
Sinner zog durch ein 6:2, 7:5 gegen den Briten Cameron Norrie ins Viertelfinale ein. Dort wartet ein hochinteressanter Gegner auf den Südtiroler: Der erst 19-jährige Rafael Jodar setzte seinen Erfolgslauf durch ein 7:5, 6:0 gegen den Tschechen Vit Kopriva fort. Schon beim ATP-Turnier in Barcelona war der Spanier Jodar bis ins Halbfinale gestürmt und dort erst am späteren Sieger Arthur Fils aus Frankreich gescheitert. „Was für ein Talent!!!“, schwärmte kürzlich Tennis-Ikone Boris Becker auf der Plattform X. Spanien habe „einen weiteren Diamanten“ im Tennis. Laut Datenanbieter haben beim Turnier in Madrid seit der Premiere 2002 erst drei Spanier als Teenager das Viertelfinale erreicht: Der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal und der aktuelle Weltranglistenzweite Carlos Alcaraz, der bei der diesjährigen Ausgabe verletzt fehlt.



