Emotionaler Abschied: Schweriner Volleyball-Talent Leana Grozer zieht nach Italien
Die Nachricht hat die Volleyball-Welt in Schwerin erschüttert: Leana Grozer, das 19-jährige Supertalent des SSC Palmberg Schwerin, verlässt den Bundesligisten. Nach drei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern wechselt die junge Sportlerin in die italienische Serie A1 zu Volley Busto Arsizio. Der Abschied fiel emotional aus – besonders nach der Play-off-Niederlage gegen den VfB Suhl, bei der Tränen flossen.
„Schwerin ist mir ans Herz gewachsen“
„Schon bei meinem letzten Aufschlag wusste ich – gleich ist es vorbei“, gesteht Grozer im Rückblick auf das Halbfinale. „Ich habe die Atmosphäre in der Halle dann noch einmal aufgesaugt. Nach dem letzten Punkt brach dann alles über mir zusammen.“ Die Niederlage mit 0:3 gegen Suhl bezeichnet sie als enttäuschend, räumt aber ein: „Deren Leistung müssen wir anerkennen.“
Was bleibt von ihrer Zeit in Schwerin? „Selbstverständlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2025“, antwortet Grozer ohne Zögern. „Wir hatten ein absolut cooles Jahr und dass sich dieses Team mit dem Titel krönen durfte, war fantastisch.“ Abseits des Spielfeldes werde ihr die familiäre Stimmung beim SSC ebenso in Erinnerung bleiben wie die offene Kommunikation mit dem Trainerteam. „Und: Ich habe in den vergangenen drei Jahren auch Freundschaften geknüpft, die hoffentlich noch lange halten werden.“
Der Traum von Italien und Olympia 2028
Der Wechsel nach Italien war für Grozer schon lange ein Ziel. „Nach Italien zu gehen, das war schon immer eines meiner großen Ziele“, erklärt die 19-Jährige. „Sicher, ich hätte auch noch ein, zwei Jahre beim SSC bleiben können, aber ich fühle mich bereit für diese neue, große Herausforderung.“
Bei der Entscheidung spielte auch ihr Vater eine Rolle – sowie dessen Frau Helena, die selbst drei Jahre für Busto Arsizio gespielt hatte und positive Erfahrungen berichten konnte. „Es gab für mich in Italien sogar noch eine weitere Option, aber ich bin sehr zuversichtlich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, so Grozer.
Die neue Situation wird jedoch anders sein: „Ich bin nicht mehr das junge Talent, sondern eine Ausländerin, von der sofort starke Leistungen erwartet werden. Mit diesem Druck muss ich zurechtkommen.“ Beruhigend sei, dass sie jederzeit zum SSC zurückkehren könnte. „Hier ist mein Zuhause und das fühlt sich gut an.“
Nationalmannschaft und große Ziele
Ihre sportlichen Ambitionen sind klar formuliert: „Ich will zu den Großen im Volleyball gehören, zu den Stars. Ich will das Maximale erreichen.“ Dazu gehöre auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. „Im Idealfall spielt mein Papa dann noch für die Männer-Nationalmannschaft und wir sehen uns im Olympischen Dorf.“
Zunächst hofft Grozer auf eine Nominierung für die Europameisterschaft im August. „Bisher hat mich der Bundestrainer noch nicht kontaktiert. Ich hoffe aber, dass ich dabei bin. Ich bin bereit, alles zu geben.“
Privatleben und verpasste Prüfung
Anders als bei ihrem Umzug nach Schwerin 2023, als Mutter und Schwester mitkamen, wird Grozer die Herausforderung in der Lombardei alleine meistern. „Meine Schwester geht hier zur Schule und meine Mutter wird bald ein Geschäft in Schwerin eröffnen“, erklärt sie.
Abseits des Volleyballs sind ihr Freunde und Familie wichtig – sowie ihr Mittagsschlaf. „Wenn ich unausgeschlafen bin, kriege ich schnell schlechte Laune.“ Sportlich interessiert sie sich auch für Fußball, Tennis und Basketball, wobei sie ein großer Fan von Manuel Neuer ist. „Ich habe mir als Kind zum Geburtstag immer Trikots von ihm gewünscht.“
Ein kleiner Wermutstropfen: Den geplanten Führerschein hat Grozer noch nicht in der Tasche. „Schlechtes Thema. Da ich einige Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht habe, durfte ich an der theoretischen Prüfung noch nicht teilnehmen.“ Jetzt müsse sie „richtig Gas geben“, um den Führerschein noch vor dem Aufbruch nach Italien zu schaffen.
Mit ihrem Wechsel nach Italien beginnt für Leana Grozer ein neues Kapitel – voller Herausforderungen, aber auch voller Chancen, ihren Traum von einer internationalen Karriere zu verwirklichen.



