Pokalfinale: SVG Lüneburg will nach drei Finalniederlagen endlich ersten Titel holen
Die SVG Lüneburg steht am Samstag in der Mannheimer SAP-Arena zum vierten Mal im Volleyball-Pokalfinale. Nach drei enttäuschenden Finalniederlagen in den Jahren 2015, 2019 und 2022 will der Bundesligist nun endlich den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewinnen. Gegner ist der Rekordpokalsieger VfB Friedrichshafen, der den Pokal bereits 17 Mal gewonnen hat.
Traum vom ersten Titel
„Alle träumen davon. Die Fans und der Verein wünschen sich das“, sagt Trainer Stefan Hübner, der seit 2014 die Geschicke der „Lüne-Hünen“ leitet. Der 50-Jährige gilt als wichtigster Erfolgsfaktor für die Entwicklung des Vereins von der Ilmenau. In der laufenden Bundesligasaison belegt die SVG hinter den Berlin Volleys den zweiten Platz, konnte in 24 Spielen jedoch bereits 22 Siege verbuchen.
Beeindruckende Vereinsentwicklung
Die Entwicklung des 2005 gegründeten Vereins ist bemerkenswert:
- 2014: Aufstieg in die Bundesliga
- 2021: Einzug in die neue LKH-Arena mit 3.500 Plätzen
- 2024: Finaleinzug im CEV-Cup
- 2025: Viertelfinale der Champions League und erstmals Finalserie um deutsche Meisterschaft
In der aktuellen Champions-League-Saison beendete Lüneburg die Gruppenphase auf Rang drei und setzt die internationale Reise im März im CEV-Pokal fort. Ein besonderer Erfolg gelang Ende Januar mit einem 3:1-Sieg über Asseco Resovia Rzeszow aus der polnischen Liga.
Herausforderung gegen Friedrichshafen
Trainer Hübner warnt trotz der bisherigen Erfolge vor zu viel Optimismus: „Im Sport macht eins und eins nur selten zwei“, betont der ehemalige Weltklasse-Mittelblocker. Die SVG konnte Friedrichshafen in der laufenden Bundesligasaison zwar zweimal schlagen, doch im Pokalfinale gelten andere Regeln.
Junges Talent und Fanunterstützung
Besonders beeindruckt hat in dieser Saison der erst 18-jährige Diagonalangreifer Axel Enlund aus Schweden. „Was der Junge mit 18 Jahren spielt, ist schon beeindruckend“, schwärmt Hübner über den 2,05 Meter großen Spieler.
Die Unterstützung der Fans wird in Mannheim gewaltig sein. Manager Matthias Pompe erwartet etwa 1.200 Lüneburger in der Halle, 500 davon reisen mit einem Sonderzug an. „Wir mussten sogar einen Waggon anhängen“, berichtet Pompe vom großen Ansturm der Anhängerschaft.
Vorbereitung und Ausblick
Das Team hat eine ganze Woche zur Vorbereitung auf das Finale – ein seltener Luxus angesichts des sonst extrem eng getakteten Spielplans. Hübner beschreibt die Herausforderung: „Die Jungs sind körperlich gut drauf, aber es ist vom Emotionalen her eine Herausforderung. Immer wieder hochfahren, runterfahren, hochfahren.“
Bereits jetzt denkt der Verein über die Zukunft nach. Hübner verrät: „Es läuft parallel, wir bauen schon wieder an der Mannschaft für nächstes Jahr.“ Doch zunächst konzentriert sich alles auf das Pokalfinale, das im kommenden Jahr nach Köln weiterziehen wird.



