Schwerstes Lawinenunglück in den USA seit über vier Jahrzehnten
Truckee – Ein tragisches Lawinenunglück hat in der kalifornischen Sierra Nevada acht Menschen das Leben gekostet. Bei Castle Peak in der Nähe des Lake Tahoe wurde eine Skigruppe von einem gewaltigen Schneebrett überrascht, was zum schwersten derartigen Unglück in den Vereinigten Staaten seit mehr als 40 Jahren führte. Die Gruppe bestand aus neun Frauen und sechs Männern, darunter erfahrene Skiführer, die gemeinsam eine Tour unternahmen.
Rettungseinsatz unter extremen Bedingungen
Mehr als 50 Einsatzkräfte kämpften sich bei stürmischem Wetter und eisigen Temperaturen zu den Verschütteten vor. Der Sheriff des Bezirks, Shannan Moon, bestätigte die traurige Bilanz: Acht Personen wurden tot geborgen, eine weitere wird noch vermisst. Sechs Skifahrer konnten lebend gerettet werden, von denen zwei ins Krankenhaus gebracht wurden. Einer der Überlebenden konnte die Klinik bereits wieder verlassen.
Die Überlebenden suchten zunächst Schutz in einem nahegelegenen Wald und nutzten einen Notfall-Satelliten-Nachrichtendienst, um Textnachrichten an die Rettungskräfte zu senden. Während des Wartens auf Hilfe versuchten sie, sich vor der bitteren Kälte zu schützen. Laut Sheriff Moon starben mindestens drei Personen in dieser Wartezeit.
Lawine überraschte Gruppe völlig unerwartet
Captain Russell Greene vom Sheriffbüro schilderte dem Fernsehsender „KCRA 3“ den dramatischen Ablauf: „Jemand sah die Lawine, rief ‚Lawine!‘, dann wurden sie auch schon überrollt.“ Die Behörden wurden über den Tourenanbieter und Notfall-Signalgeräte alarmiert, doch die Skifahrer hatten keine Zeit mehr, sich in Sicherheit zu bringen.
Es dauerte mehrere Stunden, bis die Helfer zu den Überlebenden vordringen konnten. Die Opfer, darunter drei Bergführer, wurden nahe beieinander gefunden. Bei den Toten und der vermissten Person handelt es sich um Frauen und Männer im Alter von 30 bis 55 Jahren. Aufgrund der extremen Wetterverhältnisse konnten die Einsatzkräfte die Opfer noch nicht vom Berg holen.
Ermittlungen und Warnungen der Behörden
Die Ermittler prüfen nun, warum die Tour trotz der schlechten Wetterlage durchgeführt wurde. Inzwischen ist ein weiterer Meter Schnee gefallen, und die Lawinengehalt bleibt hoch. Die Behörden warnen eindringlich vor weiteren Ausflügen ins Gebirge.
Sheriff Moon betonte in einer Pressekonferenz die Unberechenbarkeit der Natur: „Die Natur nimmt keine Rücksicht, egal, wie erfahren oder gut vorbereitet man ist.“ Das Unglück ereignete sich am Dienstagmorgen Ortszeit und hat die Skigemeinschaft in Kalifornien und darüber hinaus tief erschüttert.



