Aicher verliert Kristallkugel-Kampf: Jetzt Jägerin statt Gejagte im Weltcup-Finale
Aicher verliert Kristallkugel-Kampf: Jetzt Jägerin im Finale

Aicher verliert Kristallkugel-Kampf: Jetzt Jägerin statt Gejagte im Weltcup-Finale

Emma Aicher knallte verärgert ihren Stock gegen die Werbebande: Im Kampf um die begehrten Kristallkugeln im alpinen Skiweltcup hat Deutschlands beste Skirennläuferin einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Bei der zweiten Abfahrt im italienischen Val di Fassa kam die zweifache Olympia-Zweite nur auf den zwölften Rang und verlor damit wertvolle Punkte im Duell um den Sieg in der Disziplinwertung.

28 Punkte Rückstand vor dem entscheidenden Finale

In das letzte Rennen in der alpinen Königsdisziplin am 21. März beim Weltcup-Finale im norwegischen Kvitfjell geht Aicher nun mit einem Rückstand von 28 Punkten auf die italienische Konkurrentin Laura Pirovano. Diese hatte auch die zweite Abfahrt in Val di Fassa für sich entschieden und festigt damit ihre Führungsposition. Alle anderen Läuferinnen haben nach diesem Wochenende nur noch eine theoretische Chance auf die kleine Kristallkugel.

"Es ist nicht zu Ende, bis alle Rennen gefahren sind", kommentierte eine sichtlich genervte Aicher ihre Leistung im ZDF-Interview. Sie beklagte einen "dummen Fehler", der ihr bei strahlend blauem Himmel eine deutlich bessere Platzierung gekostet hatte.

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Rollenwechsel: Von der Gejagten zur Jägerin

DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier zeigte sich dennoch optimistisch: "Man kann die Kugel nicht erzwingen", räumte er ein, betonte aber gleichzeitig: "Dass Aicher nicht mehr Gejagte sondern Jägerin ist, das hat viele, viele Vorteile, weil das setzt natürlich auch die andere unter Druck, und das ist ja auch keine Seriensiegerin."

Pirovano hatte bereits am Freitag mit hauchdünnen 0,01 Sekunden Vorsprung vor Aicher gewonnen. Am Samstag feierte sie ihren nächsten Sieg - erneut mit minimalem Vorsprung von 0,01 Sekunden, diesmal vor der Österreicherin Cornelia Hütter. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA komplettierte das Podest mit 0,64 Sekunden Rückstand.

Deutsche Konkurrenz und Gesamtweltcup-Bilanz

Für die weiteren deutschen Hoffnungen wurde das Rennen ebenfalls zur Enttäuschung:

  • Kira Weidle-Winkelmann belegte nach Rang vier am Vortag diesmal nur Platz fünf mit 0,68 Sekunden Rückstand
  • Sie hat mit 85 Punkten Rückstand auf Pirovano praktisch keine Chance mehr auf den Sieg in der Disziplinwertung
  • Gleiches gilt für Cornelia Hütter mit 92 Punkten Rückstand
  • Für die drittplatzierte Lindsey Vonn (-36) ist die Saison seit ihrem Sturz bei Olympia bereits beendet

Aicher verpasste erstmals seit neun Rennen in der Königsdisziplin eine Top-Ten-Platzierung. Sie konnte damit auch den Rückstand im Gesamtweltcup auf Mikaela Shiffrin aus den USA nur um 22 Punkte auf 117 Zähler verringern. Am Sonntag findet im Val di Fassa der vorletzte Super-G der Saison statt, bei dem Aicher die Chance hat, weitere wichtige Weltcup-Punkte zu sammeln.

Die veränderte Ausgangslage macht das Weltcup-Finale in Kvitfjell nun zu einem besonders spannenden Duell zwischen der favorisierten Italienerin und der deutschen Jägerin, die alles auf eine Karte setzen muss.

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