Emma Aicher verpasst entscheidende Führung in der Abfahrtswertung
Die deutsche Skirennfahrerin Emma Aicher hat bei der vorletzten Weltcup-Abfahrt der Saison im italienischen Val di Fassa einen schweren Rückschlag erlitten. Nach einem starken zweiten Platz am Vortag patzte die 22-jährige Olympiazweite in ihrem entscheidenden Lauf und musste sich mit einem enttäuschenden zwölften Platz zufriedengeben. Dieser Ausrutscher kostete sie die Führung in der Disziplinenwertung der Abfahrt, die nun an die Italienerin Laura Pirovano übergeht.
Spannende Wertungssituation vor dem Saisonfinale
Mit ihrem Sieg in Val di Fassa übernahm Laura Pirovano mit 436 Punkten die Spitzenposition in der Abfahrtswertung. Emma Aicher folgt auf dem zweiten Rang mit 408 Zählern, während die schwer verletzte Lindsey Vonn mit 351 Punkten auf Platz drei liegt. Die deutsche Hoffnungsträgerin Kira Weidle-Winkelmann belegte den fünften Platz und hat damit noch theoretische Chancen auf den Sieg in der Königsdisziplin des Skisports.
Die Entscheidung über die kleine Kristallkugel fällt erst beim Saisonfinale Ende März im norwegischen Lillehammer. Die letzte deutsche Skirennfahrerin, die eine solche Disziplinen-Kristallkugel gewinnen konnte, war Viktoria Rebensburg im Jahr 2018 im Riesenslalom.
Aicher bleibt kämpferisch trotz Rückschlag
Die junge deutsche Skirennfahrerin zeigte sich nach ihrem enttäuschenden Rennen kämpferisch. „Es ist nicht zu Ende, bis alle Rennen gefahren sind. Es war ein dummer Fehler von mir heute. Ich weiß, dass ich nicht besser Ski fahre, wenn ich an die Kugel denke. Darum Fokus auf mich selber. Der Rest kommt oder kommt nicht“, erklärte Aicher im ZDF-Interview. Diese mentale Stärke wird sie für den finalen Saisonabschnitt dringend benötigen.
Emotionale Reaktion von Lindsey Vonn
Bereits vor dem Rennen in Italien hatte die schwer verletzte Lindsey Vonn mit einem emotionalen Instagram-Post auf den drohenden Verlust ihrer Führungsposition im Abfahrts-Weltcup reagiert. „Warum bedeutet mir dieser Titel so viel? Warum heule ich wegen einer Kristallkugel?“, schrieb die Skilegende in einem langen Text, den sie mit mehreren Fotos aus der aktuellen Saison veröffentlichte. Ihr folgenschwerer Sturz bei den Olympischen Spielen mit schwerer Unterschenkel- und Knieverletzung beendete ihre Saison vorzeitig.
Zweikampf im Gesamtweltcup spitzt sich zu
Im Gesamtweltcup verpasste es Emma Aicher mit ihren 1016 Punkten, die führende Mikaela Shiffrin (1133 Punkte) entscheidend unter Druck zu setzen. Dennoch spürt der US-Skistar, dass die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg in Gefahr ist. Aus diesem Grund entschied sich Shiffrin kurzfristig für einen Start im Super-G am Sonntag um 10.45 Uhr.
In Lillehammer wird es dann zum erwarteten Showdown zwischen den beiden Top-Athletinnen kommen. Emma Aicher gehört inzwischen nicht nur in der Abfahrt, sondern auch in den Technikdisziplinen zur erweiterten Weltspitze und dürfte dort in allen Rennen starten. Die letzten Weltcuprennen der Saison versprechen damit spannende Duelle und eine offene Entscheidung in mehreren Wertungen.
Die Entwicklung der jungen deutschen Skirennfahrerin ist bemerkenswert: Von der Olympiazweiten zur ernsthaften Anwärterin auf Weltcup-Erfolge. Ihr mentales Durchhaltevermögen wird in den kommenden Wochen ebenso gefordert sein wie ihre sportliche Leistungsfähigkeit auf der Piste.



