Emma Aicher knapp am Podest vorbei - Schweizerin Suter triumphiert in Soldeu
Die deutsche Ski-Alpin-Hoffnung Emma Aicher hat beim Weltcup in Soldeu in Andorra einen knappen Podestplatz verpasst. Die Olympia-Zweite von 2026 musste sich in der Abfahrt mit Rang vier begnügen, während ihre Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann weiter zurück auf Platz elf landete. Den Sieg holte sich die Schweizerin Corinne Suter, die damit ihren ersten Triumph seit einem schweren Kreuzbandriss im Januar 2024 feierte.
Spannende Disziplinwertung - Aicher rückt an Vonn heran
Für Emma Aicher bedeutete der vierte Platz wichtige Punkte im Kampf um die begehrte Kristallkugel in der Abfahrtswertung. Die 22-Jährige rückte als Zweite der Disziplinwertung mit nun 306 Punkten weiter an die verletzte Lindsey Vonn aus den USA (400 Punkte) heran. Die Amerikanerin kann bei den drei noch ausstehenden Rennen nicht mehr punkten. Kira Weidle-Winkelmann behauptete mit 256 Punkten Rang drei in der Wertung.
"Darüber werde ich überhaupt nicht nachdenken", betonte Aicher in der ARD mit Blick auf die mögliche Kristallkugel. "Weil es bis nach dem letzten Rennen egal ist. Ich muss mich auf meins fokusieren und mein Skifahren gut machen, sonst gibt es eh keine Möglichkeit."
Zeitabstände und Pistenanalyse
Aicher fehlten lediglich 0,53 Sekunden auf Olympiasiegerin Corinne Suter. Das Podest, das Nina Ortlieb aus Österreich (+0,11 Sekunden) und die Italienerin Sofia Goggia (+0,24) komplettierten, war für die Deutsche nur 0,29 Sekunden entfernt. Weidle-Winkelmann hatte mit 1,43 Sekunden Rückstand auf Suter deutlich mehr Zeit verloren.
Die Analyse des Rennens zeigt, dass Aicher auf der anspruchsvollen "Adler-"Piste vor allem in den Gleitpassagen im oberen Abschnitt und auf den Wellen ganz unten Zeit liegen ließ. Im Ziel ließ sich die Deutsche erschöpft in ein Werbekissen fallen, bevor sie ihrer Kollegin Weidle-Winkelmann zusah. Die frühere WM-Zweite, die gerade drei Tage nach ihrem 30. Geburtstag antrat, verlor bereits im oberen Pistenabschnitt wertvolle Sekunden und schüttelte im Ziel enttäuscht den Kopf.
Ausblick auf kommende Rennen
Das Ski-Alpin-Wochenende in Soldeu geht mit zwei Super-G-Rennen am Samstag und Sonntag weiter (jeweils 10.15 Uhr in ARD und Eurosport). Die letzten Abfahrten der aktuellen Saison finden am 6. und 7. März im italienischen Val di Fassa sowie beim Weltcup-Finale am 21. März im norwegischen Kvitfjell statt. Die letzte deutsche Gesamtsiegerin in der Abfahrt war Maria Höfl-Riesch im Jahr 2014 - ein Titel, auf den sowohl Aicher als auch Weidle-Winkelmann in dieser Saison hoffen können.
Der Sieg von Corinne Suter markiert ein bemerkenswertes Comeback der Schweizerin, die nach ihrem Kreuzbandriss im Januar 2024 lange pausieren musste. Ihr Triumph in Soldeu unterstreicht die starke Konkurrenz im Damen-Abfahrtsweltcup und verspricht ein spannendes Finale der Saison mit drei noch ausstehenden Rennen.



