Paralympics-Sensation: Aigner-Familie dominiert mit fünf Goldmedaillen
Die berühmteste Para-Skifamilie der Welt setzt ihre beeindruckende Erfolgsserie fort. Bei den Paralympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo haben Veronika und Johannes Aigner bereits fünf Goldmedaillen gewonnen und damit erneut ihre außergewöhnliche Dominanz im alpinen Skisport unter Beweis gestellt.
Perfekte Bilanz in sieben Rennen
Die Geschwister aus Österreich sind in bisher sieben Wettkämpfen angetreten und haben dabei eine nahezu perfekte Bilanz erzielt: fünfmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Damit haben sie in jedem einzelnen Rennen Edelmetall gewonnen. Drei weitere Starts stehen den Aigners in Italien noch bevor, was die Möglichkeit für weitere Medaillen eröffnet.
Diese Leistung setzt die Erfolgsgeschichte der Familie fort, die bereits bei den Paralympics in Peking für Furore sorgte. Damals gewannen Veronika sowie die Zwillinge Johannes und Barbara Aigner neun der insgesamt elf österreichischen Alpin-Medaillen. Obwohl Schwester Barbara diesmal nicht antritt, setzen Veronika und Johannes die Familientradition eindrucksvoll fort.
Herausforderung Sehbehinderung
Drei der fünf Aigner-Kinder haben eine Sehbehinderung, auch Mutter Petra ist in ihrer Sicht eingeschränkt. Veronika und Johannes wurden mit Grauem Star geboren und verfügen über ein Sehvermögen im einstelligen Prozentbereich. Trotzdem bewältigen sie die legendäre Tofana-Piste mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h.
„Geht nicht, gibt's bei mir nicht“, erklärt Veronika Aigner ihre Einstellung. „Das Gehirn kompensiert meine Sehschwäche, und so sind meine anderen Sinne sehr geschärft.“ Bereits mit zwei Jahren stand sie erstmals auf Skiern und entwickelte sich zur dreimaligen „Behindertensportlerin des Jahres“ Österreichs.
Unverzichtbare Guides als Teamplayer
Im Rennen folgen die Aigners ihren Guides, die über Headsets Anweisungen geben. Veronika wird von Nico Haberl begleitet, Johannes von Lilly Sammer. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es den Athleten, trotz ihrer eingeschränkten Sehkraft Farben und Konturen zu erkennen und die anspruchsvollen Pisten zu meistern, auch wenn Details nicht sichtbar sind.
Die außergewöhnliche Leistung der Familie hat international Aufmerksamkeit erregt. Die New York Times titelte bereits bei den Winterspielen 2022: „The Skiing Aigners are a Nation Unto Themselves“ – die Ski-Aigners sind eine Nation für sich.
Hunger nach weiteren Erfolgen
Nach dem jüngsten Gold in der Super-Kombi ist der Appetit der Aigners auf weitere Erfolge ungebrochen. Veronika Aigner betont mit einem Grinsen: „Langsamer werden wir sicher nicht. Und wir haben schon lieber Gold als Silber um den Hals hängen.“
Die beiden ältesten Töchter Irmgard und Elisabeth haben keine Sehprobleme, doch die gesamte Familie steht hinter den sportlichen Ambitionen der jüngeren Geschwister. Die Aigners haben durch ihren Sport die ganze Welt kennengelernt und sind zu einer Inspiration für Para-Sportler weltweit geworden.



