ARD erhält Unterlassungserklärung von Eisschnelllauf-Verband DESG
ARD erhält Unterlassungserklärung von Eisschnelllauf-Verband

ARD erhält Unterlassungserklärung von Eisschnelllauf-Verband DESG

Die ARD hat von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) eine Unterlassungserklärung erhalten. Dies bestätigte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Freitag dem SID. Die genauen Inhalte der Erklärung unterliegen der Vertraulichkeit, wie Balkausky betonte. Die ARD werde die Unterlagen nun umgehend und kritisch prüfen.

Kritische Berichterstattung während Olympischer Spiele

Die ARD hatte während der Olympischen Winterspiele über vermeintliche Missstände innerhalb des Eisschnelllauf-Verbands berichtet. Dabei berief sich der Sender auf betroffene Athleten, die anonym bleiben wollten. Die Berichterstattung thematisierte interne Probleme und strukturelle Schwierigkeiten bei der DESG.

Am Donnerstag wies DESG-Präsident Matthias Große diese Vorwürfe umfänglich zurück. Der 58-Jährige kündigte bereits juristische Schritte gegen die Berichterstattung an. "Leute, die mich denunzieren und meinen Verband auf die Schlachtbank führen, mit denen teile ich nur noch den Gerichtssaal", sagte Große bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eingriff in die Pressefreiheit kritisiert

Die beiden Journalisten, in deren Berichterstattung die Vorwürfe transportiert worden waren, wurden per Hausverbot am Besuch der Pressekonferenz gehindert. Diese Maßnahme stieß auf breite Kritik:

  • Die ARD bemängelte den Eingriff in die Pressefreiheit
  • Das Präsidium des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) kritisierte die Einschränkung der journalistischen Arbeit
  • Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) äußerte Bedenken bezüglich der Transparenz

Die Unterlassungserklärung stellt die jüngste Eskalation in diesem Konflikt dar. Der Eisschnelllauf-Verband reagiert damit direkt auf die kritische Berichterstattung der ARD.

Politische Dimension des Falls

In der kommenden Woche werden die Vorwürfe gegen die DESG auch den Sportausschuss des Deutschen Bundestags beschäftigen. Die Abgeordneten wollen sich mit den Vorgängen auseinandersetzen und mögliche Konsequenzen diskutieren.

Der Fall zeigt die angespannte Beziehung zwischen Sportverbänden und Medien in Deutschland. Während die DESG ihre Reputation schützen möchte, beharrt die ARD auf ihrem Recht zur investigativen Berichterstattung. Die Entwicklung dieses Konflikts wird von Sportjournalisten und Verbandsvertretern gleichermaßen aufmerksam verfolgt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration