Biathlon-Sprint in Antholz: Deutsche Männer ohne Medaillenhoffnung
Im Biathlon-Sprint von Antholz blieben die deutschen Männer ohne jede Medaillenchance. Trotz einer starken Leistung von Philipp Horn, der als bester Deutscher den neunten Platz belegte, war die Konkurrenz um den überragenden französischen Olympiasieger Quentin Fillon Maillet einfach zu mächtig. Selbst mit einem perfekten Schießen hätte Horn keine realistische Möglichkeit auf einen Podestplatz gehabt.
Horn als bester Deutscher auf Rang neun
Philipp Horn ließ bei den zehn Kilometern nur eine einzige Scheibe stehen, doch der berüchtigte letzte Schuss verfehlte das Schwarze. Der 31-jährige Thüringer musste eine Strafrunde absolvieren und landete schließlich auf Position neun. „Die letzte Runde war nicht genug im Tank, da bin ich ganz schön gestorben“, analysierte Horn selbstkritisch im ARD-Interview. „Der letzte Fehler ärgert mich brutal, beim letzten Schießen war ich schon wieder ein bisschen auf der Strecke.“
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Horn hatte am Ende 1:09,2 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Maillet. Dabei kostet eine Strafrunde lediglich etwa 22 bis 23 Sekunden. In der reinen Laufzeit verlor der eigentlich laufstarke Horn fast 43 Sekunden gegenüber dem Franzosen – eine überraschend große Differenz auf einer Strecke, die ihm in der Höhe von 1.600 Metern eigentlich liegen müsste. „Im Ziel war ich bei den Zeiten schon ein bisschen geschockt“, gestand der Deutsche.
Überlegene Konkurrenz aus Frankreich und Norwegen
Quentin Fillon Maillet dominierte das Rennen mit der zweitbesten Laufzeit und blieb fehlerfrei am Schießstand. Die Norweger Vetle Sjaastad Christiansen (+13,7 Sekunden) und Sturla Holm Laegreid (+15,9 Sekunden) komplettierten das Podest, ebenfalls ohne Schießfehler. Für Laegreid war es bereits die zweite Bronzemedaille bei diesen Spielen, nachdem er zuvor im Einzel über 20 Kilometer Dritter geworden war. Der Norweger hatte danach mit einem TV-Interview für Aufsehen gesorgt, in dem er einen Seitensprung gestand.
Enttäuschung für das gesamte DSV-Team
Für das deutsche Männerteam war der Sprint eine durchweg enttäuschende Angelegenheit. Philipp Nawrath erlebte an seinem 33. Geburtstag einen denkwürdigen Freitag, den 13.: Nach drei Strafrunden landete der Allgäuer als 26. und schlechtester des DSV-Quartetts mit 1:52,9 Minuten Rückstand. „Das Schießergebnis ist nicht das, was ich mir vorgenommen, drei Fehler sind viel zu viel. Auch läuferisch war ich hinten raus nicht mehr so frisch“, bedauerte Nawrath, der nach seinem vierten Platz im Einzel noch zum erweiterten Medaillenkandidatenkreis gezählt hatte.
David Zobel belegte als 19. mit 1:41,8 Minuten Rückstand eine enttäuschende Position, während Justus Strelow als 23. mit 1:46,4 Minuten Abstand ebenfalls weit von den vorderen Plätzen entfernt blieb. „Es war ein solides Rennen, nicht besonders gut. Die Ausgangsposition für den Verfolger ist nicht ganz leicht. Ich hoffe, dass ich mich mit Schießen noch nach vorn verbessern kann“, sagte Strelow nach dem Rennen.
Historischer Rückblick und Ausblick
Die letzte deutsche Olympiamedaille im Sprint der Männer datiert aus dem Jahr 2018, als Arnd Peiffer in Pyeongchang Gold gewann. Vor vier Jahren in Peking war Benedikt Doll als achter bester Deutscher beim Olympiasieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö.
Für die Verfolgung am Sonntag (11.15 Uhr/ARD und Eurosport) bleibt Philipp Horn als einziger Deutscher mit realistischen Chancen auf eine gute Platzierung. „Mit einem guten Schießen ist noch was möglich“, zeigte sich der Thüringer optimistisch, der sich nach seinem enttäuschenden 40. Platz mit sechs Fehlern im Einzel rehabilitieren konnte.
Die deutschen Frauen treten am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) im Sprint an, wo Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß erneut zu den Medaillenfavoritinnen zählt. Zusammen mit der Einzel-Vierten Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer könnte das deutsche Quartett für bessere Nachrichten sorgen als die Männer.



