Biathlon-Staffel überrascht mit taktischer Umstellung vor Olympia-Entscheidung
Nur einen Tag vor dem entscheidenden Olympia-Rennen hat die deutsche Biathlon-Frauenstaffel eine überraschende taktische Änderung bekannt gegeben. Weltmeisterin Franziska Preuß wird am Mittwoch (14.45 Uhr) nicht wie gewohnt als Schlussläuferin antreten, sondern überraschend an Position zwei starten. Diese Entscheidung kommt nach enttäuschenden Einzelergebnissen der deutschen Frauen bei den Winterspielen.
Nervenprobleme führen zu Positionswechsel
Der Grund für die Umstellung liegt in den jüngsten Leistungen von Franziska Preuß. Die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison zeigte bei den Olympischen Spielen mehrfach Nerven in entscheidenden Momenten. Beim letzten Stehendschießen vergab sie mögliche Medaillenchancen durch Patzer. Am Sonntag im Verfolgungsrennen verpasste sie mit zwei späten Strafrunden mindestens eine Bronzemedaille – sogar mehr war im Einzelrennen möglich gewesen.
Die Bayerin, die nach dieser Saison ihre Karriere beenden wird, äußerte sich selbst zu ihren Schießproblemen: „Es wackelt nur noch. Ich bin dann so angespannt und bekomme nicht mehr den Fokus auf das Wesentliche“, sagte Preuß nach der Verfolgung in Antholz. „Dann geht einfach nichts mehr.“ Für sie wird das Staffelrennen das letzte große Rennen ihrer Karriere überhaupt sein.
Neue Aufstellung mit erfahrener Schlussläuferin
Die deutsche Frauenstaffel geht mit folgender Besetzung an den Start:
- Julia Tannheimer an Position eins
- Franziska Preuß an Position zwei
- Janina Hettich-Walz an Position drei
- Vanessa Voigt als neue Schlussläuferin
Gemeinsam werden sie über 4 x 6 Kilometer eine Medaille jagen. Bislang konnten die deutschen Frauen in drei Einzelrennen keine Medaillen gewinnen – nur zum Auftakt gab es Bronze mit der Mixedstaffel in Südtirol.
Historischer Rückblick und Goldhoffnung
Vor vier Jahren in Peking hatte Deutschland mit Franziska Preuß an Position drei die Bronzemedaille gewonnen. Im Weltcup war sie meist als Schlussläuferin gesetzt. Die letzte olympische Goldmedaille für die deutsche Biathlon-Auswahl gewann der Deutsche Skiverband im Jahr 2002 in Salt Lake City.
Die taktische Umstellung zeigt, dass das Trainerteam auf die psychologische Belastbarkeit der Athletinnen reagiert und versucht, durch eine neue Aufstellung den Druck von Franziska Preuß zu nehmen. Ob diese Entscheidung die ersehnte Medaille bringen wird, bleibt abzuwarten.



