Olympia 2026: Gewagte Entscheidung um Biathlon-Star Braisaz-Bouchet in Frauen-Staffel
Biathlon-Star Braisaz-Bouchet fehlt in Olympia-Staffel

Gewagte Entscheidung: Französischer Biathlon-Verband setzt auf Bened statt Braisaz-Bouchet

Der französische Biathlon-Verband hat am Dienstag eine überraschende Personalentscheidung für die Olympische Frauen-Staffel am Mittwoch (14.45 Uhr) bekannt gegeben. Die Olympiasiegerin von 2022, Justine Braisaz-Bouchet, wurde nicht in das Aufgebot berufen. Stattdessen geht Camille Bened als erste Läuferin an den Start.

Sportliche Logik oder taktisches Risiko?

Die französische Sportzeitung L'Équipe kommentierte die Nichtberücksichtigung von Braisaz-Bouchet als "gewagte Entscheidung, die jedoch einer ziemlich unerbittlichen sportlichen Logik folgt". Die 25-jährige Bened hatte sich mit Platz sechs im Olympischen Einzelwettbewerb in Antholz empfohlen, während Braisaz-Bouchet mit enttäuschenden Rängen 80 und 62 im Einzel und Sprint deutlich schwächer abschnitt.

Das französische Quartett wird komplettiert durch Lou Jeanmonnot, Océane Michelon und Einzel-Olympiasiegerin Julia Simon. Bereits in der Mixed-Staffel zum Auftakt der Olympischen Winterspiele war Braisaz-Bouchet nicht nominiert worden, was damals für Diskussionen sorgte.

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Hintergrund: Die Kreditkartenaffäre und ihre Folgen

Die 29-jährige Julia Simon, die bislang bei diesen Olympischen Spielen zweimal Gold gewonnen hat, war zu Beginn der Saison nach einer Kreditkartenaffäre für einen Monat gesperrt worden. Am 24. Oktober hatte Simon vor Gericht eingeräumt, ab 2021 wiederholt die Bankkarten ihrer Teamkollegin Braisaz-Bouchet sowie eines Physiotherapeuten des französischen Teams für private Einkäufe genutzt zu haben.

  • Der entstandene Schaden belief sich auf bis zu 2400 Euro
  • Simon gestand zudem, kleinere Bargeldbeträge zwischen 20 und 50 Euro entwendet zu haben
  • Trotz dieser Vorgeschichte triumphierte sie sowohl mit der Mixed-Staffel als auch im Einzel

Nach ihrem Olympiasieg über die 15 Kilometer sorgte Simon mit einer Schweigegeste beim Zieleinlauf für Aufsehen. Die Entscheidung des Verbandes, trotz der Affäre weiter auf Simon zu setzen, während Braisaz-Bouchet außen vor bleibt, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert.

Ausblick auf den Staffelwettbewerb

Die französische Frauen-Staffel geht mit dieser ungewöhnlichen Aufstellung in den Wettkampf. Während Bened die Chance erhält, sich auf der großen Olympiabühne zu beweisen, muss Braisaz-Bouchet von der Seitenlinie zuschauen. Ob sich die gewagte Entscheidung des Verbandes auszahlt oder als taktischer Fehler in die Geschichte eingehen wird, wird sich am Mittwoch zeigen.

Die französischen Biathletinnen gelten trotz der personellen Veränderungen weiterhin als Medaillenkandidatinnen. Die Konkurrenz aus Norwegen, Deutschland und Schweden wird jedoch die Gunst der Stunde nutzen wollen, um die französische Mannschaft in ihrer momentanen Konstellation unter Druck zu setzen.

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