DESG-Präsident Große weist ARD-Vorwürfe entschieden zurück und droht mit Klagen
DESG-Präsident Große weist ARD-Vorwürfe zurück

DESG-Präsident Große wehrt sich gegen ARD-Vorwürfe und kündigt juristische Konsequenzen an

In einer intensiven zweieinhalbstündigen Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin hat Matthias Große, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), sämtliche Vorwürfe einer ARD-Recherche entschieden zurückgewiesen. Die Vorwürfe waren zu Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand öffentlich gemacht worden und betrafen sowohl den Verband als auch Große persönlich.

Konfrontativer Auftritt mit deutlichen Worten

Der 58-jährige Verbandschef, der seit 2020 im Amt ist, ging in seiner Stellungnahme deutlich in die Offensive. "Leute, die mich denunzieren und meinen Verband auf die Schlachtbank führen, mit denen teile ich nur noch den Gerichtssaal", erklärte Große mit Nachdruck. Der Berliner Immobilienunternehmer und Lebensgefährte der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein attackierte die verantwortlichen ARD-Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus während der gesamten Veranstaltung scharf.

Besonders bemerkenswert war, dass den beiden Journalisten kurz vor Beginn der Pressekonferenz im Berliner Müggelturm per Anwaltsschreiben der Zutritt verwehrt wurde. Dieser Schritt stieß auf deutliche Kritik: Sowohl der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) als auch ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sprachen auf SID-Anfrage von einem "klaren Eingriff in die Pressefreiheit". Seppelt selbst bezeichnete die Maßnahme als "beispiellosen, einmaligen Vorgang in der Geschichte deutscher Sportverbände".

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Umfassende Zurückweisung aller Vorwürfe

Am Donnerstagvormittag wies Große gemeinsam mit seinem Team alle erhobenen Vorwürfe im Detail zurück. Konkret wurden folgende Anschuldigungen entkräftigt:

  • Der Verband würde Sportler vernachlässigen
  • Haushaltspläne würden zurückgehalten
  • Prämienzahlungen erfolgten nicht oder nur stark verzögert
  • Es herrsche ein "Klima der Angst" innerhalb des Verbandes

Athleten waren bei der Pressekonferenz nicht anwesend, was die Situation zusätzlich spannungsgeladen erscheinen ließ. Große empfand die gesamte Berichterstattung als "eine Frechheit gegenüber der DESG", die die Arbeit von vier Jahren, hunderte Ehrenamtliche, Sportler und Funktionäre kaputt mache.

Juristische Drohungen und Vergleiche mit Pechstein-Prozess

Der DESG-Präsident drohte mit umfassenden rechtlichen Konsequenzen und zog dabei deutliche Parallelen zum berühmten Pechstein-Rechtsstreit. "Mit dem, was meine Organisation zu leisten in der Lage ist, mit meiner ganzen Firma, mit dem ganzen Konzern, mit dem, was ich am Vermögen besitze, werde ich alles dafür tun, dass sowas, was passiert ist, nie wieder passieren darf", versicherte Große.

Der entstandene Schaden seit der Ausstrahlung des ARD-Berichts sei bereits siebenstellig. Der angekündigte Prozess werde "genauso lange dauern wie die Causa Pechstein" - ein Rechtsstreit, der sich über 16 Jahre hingezogen hatte. Große versprach zudem, dass der Ausgang ebenso positiv für ihn sein werde wie der Pechstein-Prozess für seine Lebensgefährtin.

Disziplinarmaßnahmen gegen kritischen Athleten

Ein weiterer brisanter Aspekt betraf den Athleten Fridjof Petzold, der den Verband während der Winterspiele öffentlich kritisiert hatte. Große kündigte an, dass nun eine Disziplinarkommission über entsprechende Konsequenzen für den Olympia-Teilnehmer entscheiden werde. Diese Ankündigung unterstreicht die angespannte Situation zwischen Verbandsführung und kritischen Stimmen innerhalb des Sports.

Die Pressekonferenz endete ohne wesentliche Zugeständnisse seitens der DESG-Führung. Stattdessen positionierte sich Große klar als unnachgiebiger Verteidiger seines Verbandes, der bereit ist, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um seinen Ruf und den des Verbandes zu schützen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese konfrontative Strategie die gewünschte Wirkung erzielt oder die Kontroverse weiter anheizt.

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