Deutsche Kombinierer auf Gold-Kurs: Rydzek und Geiger führen nach starkem Springen
Das Schneetreiben in Predazzo kann die deutschen Kombinierer nicht aufhalten – Gold ist zum Greifen nah. Bei der olympischen Premiere des Team-Sprints in der Nordischen Kombination lieferten Johannes Rydzek und Vincenz Geiger einen beeindruckenden Auftritt an der Schanze und gehen mit komfortablem Vorsprung in die Langlauf-Verfolgung.
Routinier Rydzek zeigt nochmal alles
Bei seinen letzten Olympischen Spielen holt der erfahrene Johannes Rydzek, Doppel-Olympiasieger und mit 34 Jahren ein echter Routinier, noch einmal alles heraus. Der deutsche Kombinierer springt im Schneetreiben von Predazzo auf beachtliche 123 Meter und bringt das deutsche Team damit in Führung. Sein Teamkollege Vincenz Geiger (28) folgt mit einer starken Leistung von 122,5 Metern. Für beide Athleten sind dies die bisher besten Sprünge auf der olympischen Schanze in Italien.
Nach einem enttäuschenden zehnten Platz im Einzelwettkampf von der Großschanze hatte Rydzek am Mittwoch extra ein zusätzliches Training absolviert. Diese zusätzliche Vorbereitung hat sich offensichtlich ausgezahlt. „Die Bedingungen werden richtig schwer. Es wird ein unglaublicher Fight“, kommentiert Rydzek die Situation.
Deutlicher Vorsprung vor der Verfolgung
Nach dem Springen führt das deutsche Duo mit einem komfortablen Vorsprung von 13 Sekunden vor den starken Norwegern. Japan folgt mit 21 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Die österreichischen Kombinierer patzten dagegen deutlich und gehen mit 29 Sekunden Rückstand in die Loipe.
Vincenz Geiger zeigt sich nach dem erfolgreichen Springen vorsichtig optimistisch: „Schön einen Puffer zu haben. Dass wir das Springen gewinnen, damit hat niemand gerechnet. Es ist noch nichts gewonnen und wird ein langes hartes Rennen. Aber wir werden alles reinhauen.“
Besondere Motivation durch familiären Erfolg
Eine besondere Motivation für Johannes Rydzek ist der Erfolg seiner Schwester Coletta. Diese holte am Mittwoch sensationell Bronze im Team-Sprint der Langläufer, worüber ihr Bruder live vor Ort jubelte. „Das gibt Kraft. Wir haben nochmal ganz genau hingeschaut. Das war eine Befreiung, dieses schöne Gefühl nehmen wir mit – gepaart mit der Überzeugung, dass wir es können“, erklärt Rydzek die zusätzliche Motivation.
Gold als einzige Medaillenchance
Für die deutschen Kombinierer wäre eine Medaille im Team-Sprint die einzige bei diesen Spielen. Zum ersten Mal seit 16 Jahren blieb das Team von Bundestrainer Eric Frenzel (37) in den Einzelwettkämpfen ohne Edelmetall. Umso größer ist der Druck, im Team-Sprint erfolgreich zu sein.
Nach dem starken Auftakt an der Schanze benötigen Rydzek und Geiger nun auch in der Loipe eine Top-Leistung. Der Vorsprung ist da, aber die Verfolgung durch die Norweger und Japaner wird sicherlich intensiv. Am Nachmittag entscheidet sich, ob die deutschen Kombinierer tatsächlich Gold greifen können.



