Paralympics: Deutsche Athleten glänzen mit Edelmetall trotz historischem russischen Sieg
Bei den Paralympischen Winterspielen in Italien hat das deutsche Team im Langlauf beachtliche Erfolge erzielt, obwohl Russland seinen ersten Sieg in dieser Disziplin feiern konnte. In den Rennen in Tesero sicherten sich deutsche Sportlerinnen und Sportler wertvolle Medaillen und zeigten herausragende Leistungen unter herausfordernden Bedingungen.
Silber und Bronze für deutsche Langläufer
In der Klasse der sehbehinderten Frauen holte Leonie Walter gemeinsam mit ihrem Guide Christian Krasman die Silbermedaille. Sie musste sich nur der russischen Athletin Anastasija Bagijan geschlagen geben, die den ersten russischen Langlaufsieg bei Paralympischen Spielen errang. Ihre Teamkollegin Linn Kazmaier, geführt von Florian Baumann, erreichte den dritten Platz und sicherte sich damit Bronze.
Kurz zuvor hatte bereits Sebastian Marburger für eine positive Überraschung gesorgt. Bei seiner paralympischen Premiere in der Klasse der stehenden Männer gewann der 28-Jährige, dem nach einem Motorradunfall das rechte Bein amputiert werden musste, die Silbermedaille. Im Zielsprint unterlag er nur dem belarussischen Sieger Raman Svirdydzenka.
Historische Teilnahmen und knappe Platzierungen
Kathrin Marchand schrieb als erste Athletin Sportgeschichte, die sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen angetreten ist. Die 35-jährige gebürtige Kölnerin, die früher als Ruderin aktiv war, verpasste als Vierte in der Klasse der stehenden Frauen eine Medaille nur um knappe zwei Sekunden. Bemerkenswert ist, dass sie sich erst nach nur 14 Monaten intensivem Langlauftraining für die Winterspiele qualifiziert hatte.
Ebenfalls knapp am Podium vorbei schrammte Andrea Eskau. Die 54-Jährige belegte in der Klasse der sitzenden Frauen bei ihren bereits neunten Paralympischen Spielen den vierten Rang. Ihre Teamkollegin Anja Wicker, die am Wochenende bereits Silber und Bronze im Biathlon gewonnen hatte, erreichte unter schwierigen und warmen Bedingungen mit tiefem Schnee Platz sechs. Den Sieg in dieser Klasse holte die US-Amerikanerin Oksana Masters.
Keine Zwischenfälle bei Begegnungen russischer und ukrainischer Athleten
Ein befürchteter Eklat bei den ersten direkten Rennen zwischen russischen und ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern bei den Paralympischen Spielen blieb aus. Bei den Langlaufwettbewerben in Tesero standen Athleten beider Nationen erstmals wieder gemeinsam auf paralympischer Bühne am Start. In der Qualifikation trafen sie teilweise aufeinander, jedoch schafften es in keiner Klasse Sportler beider Länder gleichzeitig ins Finale. Damit verliefen die Wettkämpfe ohne größere Zwischenfälle.
Insgesamt zeigten die deutschen Langläufer bei den Paralympischen Winterspielen starke Leistungen und konnten trotz des historischen russischen Sieges erfolgreich Medaillen gewinnen. Die Athleten bewiesen dabei nicht nur sportliches Können, sondern auch beeindruckende Willensstärke und Durchhaltevermögen unter anspruchsvollen Bedingungen.



