Deutscher Schüler (17) startet für Thailand bei Olympia: Riesenslalom und Slalom in Bormio
Deutscher Schüler startet für Thailand bei Olympia

Deutscher Schüler (17) startet für Thailand bei Olympia: Riesenslalom und Slalom in Bormio

Wenn Fabian Wiest am Samstag beim Riesenslalom auf der Pista Stelvio in Bormio seine Premiere bei den Olympischen Winterspielen feiert, wird ihm aus gleich drei Ländern die Daumen gedrückt. Der 17-Jährige wurde als Sohn eines Deutschen und einer Thailänderin in Bangkok geboren, lebt am Schweizer Bodenseeufer in Scherzingen und geht in Konstanz in Baden-Württemberg zur Schule. Doch Wiest startet nicht für das DSV-Team oder die Schweiz, sondern geht für das Exoten-Team Thailand ins Rennen.

Qualifikation für zwei Disziplinen

Der Schüler qualifizierte sich sowohl für den Riesenslalom als auch für den Slalom am 16. Februar für Olympia. In den „Kreuzlinger Nachrichten“ sagte er: „Ich werde bei beiden Rennen vermutlich erst im letzten Drittel starten, aber das ist normal. Das Wichtigste für mich ist es, ins Ziel zu kommen, gut zu fahren und natürlich Spaß zu haben. Ich gehe davon aus, dass ich eine Packung kriege. Für mich ist das die größte Bühne, auf der ich jemals fahren werde.“

Wie kam es zum Start für Thailand?

Die Familie zog 2011 an den Bodensee. Vater Rupert ist selbst Skifahrer, und so stand Fabian mit drei Jahren erstmals auf Skiern. Mit zehn Jahren fuhr er erste Rennen für den Skiclub Konstanz. Dann kam Corona im Jahr 2020. Wiest erklärte: „Da ich in Scherzingen wohne, durfte ich in Deutschland nicht mehr starten, da dort die Einschränkungen strenger waren als in der Schweiz.“ Also fuhr er ab dann für die Renn­gruppe Albis in Zürich – knapp eineinhalb bis zwei Stunden Fahrt entfernt.

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Vater Rupert Wiest erläuterte: „Im Schweizer System war die logistische Herausforderung zu groß, im deutschen Skiverband kam es zu Umbrüchen. Also haben wir uns selbstständig aufgestellt.“ Und aufgrund der familiären Verhältnisse kam Thailand ins Spiel. Wiest Senior: „Wir haben uns erst informiert, ob es in Thailand überhaupt einen Skiverband gibt. Anschließend haben wir den Verband angerufen und uns mit dem Technischen Direktor getroffen.“ Als Fabian dann als Vorläufer bei den nationalen Meisterschaften gute Zeiten lieferte, wurde die thailändische FIS-Lizenz beantragt.

Der Weg zu Olympia

Nach ersten FIS-Nachwuchsrennen im Oktober 2024, Titeln im Riesenslalom und Slalom bei den thailändischen Meisterschaften und dem ersten Podiumsplatz im Slalom in Malbun (Platz 2 im Januar 2026), führt ihn sein Weg jetzt zu den Olympischen Spielen. Was in Bormio auf ihn zukommt, weiß Wiest nicht. Der Schüler, der für die Olympia-Teilnahme von der Schule befreit wird, sagte vor den Spielen im Südkurier: „Ich kenne den Olympia-Hang nicht. Auf einer so eisigen Piste bin ich letztes Jahr bei der Junioren-WM gefahren, aber diese Kombination aus Eis, Steilheit und Streckenlänge auf einem Kurs dieses Niveaus wird schon krass.“ Aber: „Damit ist ein Riesentraum wahr geworden. Ich freue mich extrem auf das Event.“

Fabian Wiest verkörpert damit eine einzigartige internationale Sportlerkarriere, die von multikulturellen Wurzeln und persönlichem Engagement geprägt ist. Seine Teilnahme unterstreicht die globale Vielfalt des Wintersports und inspiriert junge Athleten weltweit.

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