Eiskalte Nerven trotz Magenrevolte: Deutsche Duo holt Olympia-Bronze
In einer Nacht voller Druck und körperlicher Beschwerden haben Laura Gimmler (32) und Coletta Rydzek (28) bei den Olympischen Winterspielen in Tesero, Italien, eine bemerkenswerte Leistung gezeigt. Das deutsche Langlauf-Duo erkämpfte sich im Team-Sprint die Bronzemedaille - trotz schlafloser Stunden und heftiger Magenprobleme, die bei Rydzek sogar zu Erbrechen in der Kabine führten.
Die Nacht vor dem Rennen: Druck und körperliche Revolte
„Wir standen seit gestern Abend so krass unter Druck, weil wir einfach wussten, dass es voll möglich ist“, beschreibt Laura Gimmler die angespannte Situation vor dem letzten deutschen Medaillenchance in der Loipe. Doch der psychische Druck wurde durch physische Beschwerden verstärkt. „Wir haben beide nicht geschlafen“, gesteht Coletta Rydzek.
Die 28-Jährige erlitt besonders starke Magenprobleme: „Ich hab mich ein, zwei Mal übergeben. Auch einmal in die Kabine. Sorry dafür. Mein Magen hat einfach nicht mitgespielt. Ich kenne das schon von mir - aber so schlimm hatte ich es noch nie.“ Auch ihre Teamkollegin Gimmler kämpfte mit ähnlichen Symptomen: „Mir ging es tatsächlich auch nicht sonderlich viel besser. Wir haben die ganze Nacht schlecht geschlafen. Ich hatte tatsächlich auch Bauchschmerzen.“
Der Wettkampf: Eiskalte Konzentration trotz Widrigkeiten
Kurz vor dem entscheidenden Rennen schien die Situation aussichtslos, doch beide Athletinnen fanden ihre mentale Stärke wieder. Mit eisernen Nerven und unbeugsamem Willen gingen sie an den Start und lieferten eine herausragende Teamleistung ab. Im packenden Finale mussten sie sich lediglich den siegreichen Schwedinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist sowie dem Schweizer Duo Nadja Kälin und Nadine Fähndrich geschlagen geben.
Für beide deutsche Langläuferinnen bedeutet diese Bronzemedaille einen historischen Moment - es ist ihre erste olympische Medaille überhaupt. In einem ansonsten enttäuschenden Wettkampf für das deutsche Langlaufteam stellte dieser Erfolg eine wichtige Schadensbegrenzung dar.
Historischer Vergleich und Teamgeist
Vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in China hatte das deutsche Langlaufteam noch deutlich besser abgeschnitten. Damals gewannen Katharina Hennig Dotzler (damals noch Hennig) und Victoria Carl sensationell Gold im Team-Sprint, dazu kam Silber mit der Frauen-Staffel über 4 x 5 Kilometer. Victoria Carl ist aktuell wegen einer positiven Dopingprobe gesperrt, doch die Verbundenheit im Team blieb erhalten: Hennig Dotzler feierte im Stadion von Tesero enthusiastisch mit Rydzek und Gimmler.
Diese Bronzemedaille unter schwierigsten Bedingungen zeigt nicht nur die mentale Stärke der beiden Athletinnen, sondern auch den besonderen Teamgeist innerhalb des deutschen Langlaufkaders. Trotz gesundheitlicher Widrigkeiten und enormem Erwartungsdruck bewiesen Gimmler und Rydzek, dass sie zu den eiskaltesten Wettkämpferinnen im deutschen Wintersport gehören.



