Eisschnelllauf-WM: Oranje-Stars setzen Medaillenrausch fort
Knapp zwei Wochen nach den Olympischen Winterspielen in Mailand haben die niederländischen Eisschnelllauf-Stars ihre überragende Form eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bei der Sprint-Weltmeisterschaft im legendären Thialf-Eisstadion von Heerenveen teilten sich die Athleten aus den Niederlanden erneut die begehrten Medaillen untereinander auf. Die deutschen Teilnehmer blieben hingegen deutlich hinter den Erwartungen zurück und verpassten eine Platzierung unter den besten zehn deutlich.
Femke Kok krönt sich zur unangefochtenen Weltmeisterin
Die 500-Meter-Olympiasiegerin Femke Kok dominierte das Wettkampfwochenende in Heerenveen von Beginn an. Nach insgesamt vier Läufen über 500 und 1000 Meter setzte sich die Niederländerin mit 146,670 Punkten klar durch und krönte sich zur Sprint-Weltmeisterin. Ihre Landsfrauen Suzanne Schulting (148,935 Punkte) und Marrit Fledderus (150,305 Punkte) komplettierten das rein niederländische Podest und sicherten den Oranje-Stars einen Dreifacherfolg.
Bereits am ersten Wettkampftag hatte Kok mit Bestzeiten auf sich aufmerksam gemacht. Am zweiten Tag war sie erneut nicht zu schlagen und erzielte über 500 Meter eine Zeit von 36,76 Sekunden sowie über 1000 Meter 1:13,38 Minuten. Die prominente Läuferin Jutta Leerdam nahm an dieser Weltmeisterschaft nicht teil.
Jenning De Boo triumphiert bei den Herren
Bei den Männern trug lediglich der neue Weltmeister Jenning De Boo die Oranje-Fahne zur Medaillenfeier über das Eis. Der 22-Jährige, der bei den Olympischen Winterspielen über beide Distanzen die Silbermedaille gewonnen hatte, verteidigte seinen Vorsprung und krönte sich mit 134,670 Punkten erstmals zum Sprint-Weltmeister. De Boo gewann drei der vier Läufe und demonstrierte seine herausragende Form.
Lediglich den abschließenden Lauf über 1000 Meter entschied der amerikanische Doppel-Olympiasieger Jordan Stolz (135,500 Punkte) für sich. Die Bronzemedaille sicherte sich der chinesische 1500-Meter-Olympiasieger Ning Zhongyan mit 136,755 Punkten.
Deutsche Starter deutlich abgeschlagen
Die deutschen Eisschnellläufer verpassten erwartungsgemäß eine Platzierung unter den besten zehn. Anna Ostlender, die am ersten Wettkampftag noch den zwölften Rang belegt hatte, verschlechterte sich am zweiten Tag auf Platz 14 mit 155,140 Punkten. Katja Franzen belegte mit 160,100 Punkten den 22. Rang von insgesamt 27 Starterinnen.
Bei den Herren landete Hendrik Dombek nach vier Läufen auf dem 18. Platz mit 140,835 Punkten. Moritz Klein wurde Drittletzter mit 105,810 Punkten und trat zum vierten Lauf aufgrund einer Disqualifikation gar nicht erst an.
Abschluss des Olympia-Winters und kontroverse Entwicklungen
Die Sprint-Weltmeisterschaft endete am Freitag in Heerenveen. Zum Abschluss des Olympia-Winters steht am Samstag und Sonntag noch die Allround-Weltmeisterschaft an. Nicht dabei sein wird der deutsche Läufer Felix Maly, der aus Solidarität mit Fridtjof Petzold auf einen WM-Start verzichtet hat.
Petzold war vom Deutschen Eisschnelllauf-Verband nach öffentlicher Kritik an der Athletenbetreuung und -förderung während der Olympischen Spiele mit einem vorläufigen Startverbot belegt worden. Zudem wurde sein Status als Bundeskaderathlet ausgesetzt. Maly kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Leistungssportler auf faire, transparente und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen seien. Beide Athleten hatten im Februar an den Olympischen Winterspielen teilgenommen und zählen im Langstrecken-Weltcup zu den bestplatzierten deutschen Eisschnellläufern.



