Anna-Lena Forster bei vierten Winter-Paralympics: Werkzeugkoffer und Favoritenlast
Forster bei Paralympics: Werkzeugkoffer und Favoritenlast

Vierte Winter-Paralympics für Anna-Lena Forster: Zwischen Werkzeugkoffer und Favoritenrolle

Zum vierten Mal in ihrer Karriere nimmt Anna-Lena Forster an den Winter-Paralympics teil, zum zweiten Mal tritt sie als deutsche Fahnenträgerin auf. Die 30-jährige alpine Skirennfahrerin, bereits viermalige Paralympicssiegerin, hat sich in Cortina d'Ampezzo eingelebt und berichtet über ihre spezielle Vorbereitung sowie die Herausforderungen vor den Wettkämpfen.

Campingplatz-Atmosphäre im Athletendorf

Einen Tag vor dem Start in die Abfahrtsentscheidung genoss Forster noch einen trainingsfreien Tag im paralympischen Dorf. „Es ist ein bisschen wie auf dem Campingplatz mit den Mobile Homes, in denen wir wohnen. Aber es funktioniert alles reibungslos“, beschrieb die Sportlerin die ungewöhnliche Unterbringung. Die Eröffnungsfeier der 14. Winter-Paralympics musste sie jedoch schweren Herzens im Deutschen Haus vor dem Fernseher verfolgen, da das deutsche Team wegen der weiten Wege und der anstehenden Wettkämpfe keine Sportler ins Amphitheater von Verona entsendete.

Pistenprobleme durch ungewöhnliche Witterung

Seit dem 1. März trainiert das deutsche Alpin-Team bereits in Cortina, doch das Tauwetter in den Dolomiten bereitet Sorgen. „Ich bin gespannt, wie sich die Piste entwickelt. Man hat von dem einen auf den anderen Tag beim Abfahrtstraining gemerkt, dass die Piste gelitten hat und es schlagig wurde“, analysierte Forster die schwierigen Bedingungen. Die Trainingseinheiten fanden daher ausschließlich in den frühen Morgenstunden statt, wenn die Pistenverhältnisse noch am besten waren.

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Olympische Vorbilder und technische Innovationen

Zur Vorbereitung auf ihre Rennen schaute sich die Gesamtweltcup-Siegerin während der Olympischen Spiele die alpinen Frauenrennen im Fernsehen an, um Details der Linienführung zu studieren. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von den extremen Kuppen auf der Strecke, die sie zuvor nicht in diesem Ausmaß erwartet hatte. Parallel dazu wurde ihr Monoski technisch optimiert: Erstmals arbeitete sie mit der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES) an einer eng anliegenden Carbon-Sitzschale und einem verbesserten Dämpfungssystem.

Der Werkzeugkoffer als ständiger Begleiter

Wegen der ausgefeilten Technik ihres Rennmonoskis gehört ein umfangreicher Werkzeugkoffer zum festen Reisegepäck der Athletin. „Werkzeug und Ersatzteile – deswegen ist mein Skischuh-Rucksack auch immer so schwer. Man muss immer auf alles vorbereitet sein“, erklärte Forster lachend. Da nicht immer ein Mechaniker bei Wettkämpfen verfügbar ist, greift sie regelmäßig selbst zu Inbus-Schlüsseln und Schraubenziehern. Besonders mit dem neuen Feder-Dämpfer-System hat sie sich in dieser Saison intensiv vertraut gemacht und weiß nun genau, welche Einstellungen welche Verbesserungen bringen.

Zwischen Genuss und Erwartungsdruck

Trotz der technischen und wetterbedingten Herausforderungen strahlt Anna-Lena Forster Vorfreude aus. „Ich möchte Spaß haben und genießen, aber auch zeigen, was ich kann“, beschrieb sie ihre Motivation. Gleichzeitig ist sie sich der Erwartungen bewusst: „Andererseits weiß ich natürlich auch um die Erwartungen, dass ich als Topfavoritin gehandelt werde“, gab die erfahrene Paralympionikin offen zu. Mit ihrer speziellen Vorbereitung und dem technischen Know-how ist sie bestens gerüstet für die Herausforderungen der Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo.

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