Paralympics: Anna-Lena Forster triumphiert mit zweitem Gold im Riesenslalom
Forster gewinnt zweites Gold bei Paralympics in Italien

Paralympics: Anna-Lena Forster triumphiert mit zweitem Gold im Riesenslalom

Bei den Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo hat die deutsche Monoskifahrerin Anna-Lena Forster einen weiteren spektakulären Erfolg gefeiert. Nach ihrem Gold in der Abfahrt sicherte sich die 30-Jährige nun auch den Sieg im Riesenslalom und damit ihre zweite Goldmedaille bei den aktuellen Spielen. Mit einem beeindruckenden Vorsprung von 1,28 Sekunden auf die Japanerin Momoka Muraoka dominierte Forster die Konkurrenz auf der anspruchsvollen Tofana-Piste.

Gefragt wie ein Weltstar nach dem Doppelerfolg

Als Schnellste im Ziel und Letzte, die das Stadion verließ, erlebte Anna-Lena Forster nach ihrem Triumph eine enorme Medienaufmerksamkeit. „So krass ist es jetzt noch nicht. Da fehlt noch ein bisschen“, kommentierte die Zollbeamtin lachend die Vergleiche mit einem Weltstar. Gleichzeitig betonte sie stolz: „Aber es ist schon krass, was man als Goldmedaillen-Gewinnerin für eine Aufmerksamkeit bekommt. Es ist eine Belohnung für das, was man sich erarbeitet hat über die Jahre.“

Der Riesenslalom-Sieg hat für Forster eine besondere Bedeutung, da diese Disziplin bei früheren Paralympics weniger erfolgreich für sie war. „Ich weiß, wie viel harte Arbeit in diesem Riesenslalom gesteckt hat in den letzten Jahren. Die Medaille fühlt sich einfach riesig an für mich“, erklärte die Gesamtweltcup-Siegerin emotional.

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Technische Innovation als Schlüssel zum Erfolg

Den Grundstein für ihren insgesamt bereits sechsten Paralympics-Sieg legte Forster mit einem soliden ersten Lauf, bei dem sie sich jedoch noch zurückhielt. „Die Pistenbedingungen haben mich ein bisschen gehemmt, da voll draufzugehen“, analysierte die Athletin. Der Sturz ihrer spanischen Konkurrentin Audrey Pascual Seco, die zuvor den Super-G und die Super-Kombination gewonnen hatte, sorgte für zusätzliche Vorsicht.

Der entscheidende Fortschritt gelang Forster durch eine technische Innovation: Ein neues Rennsport-Dämpfersystem an ihrem Monoski, das sie gemeinsam mit der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES) entwickelt hat. „Seit letzter Saison taugt mir der Riesenslalom auch, da fühle ich mich mittlerweile wohl. Das liegt auf jeden Fall an dem neuen Dämpfsystem“, verriet Forster. „Da habe ich einen guten Schritt nach vorn gemacht und fühle mich echt sicher. Und ich habe endlich verstanden, wie der Schwung funktioniert.“

Zusätzlich experimentierte die Paralympics-Siegerin mit Gewichten für die Speeddisziplinen und den Riesenslalom, da „alles, was Hangabtrieb bringt, gut ist“.

Lob vom Bundestrainer und starke Teamkolleginnen

Bundestrainer Justus Wolf zeigte sich begeistert von Forsters Leistung: „Es ist für Anna-Lena einfach großartig, dass wir das zeigen konnten, was wir in letzten Jahren erarbeitet haben. Ich bin richtig happy für sie, dass das auch so im zweiten Durchgang runtergebracht hat.“ Wolf betonte, dass man bewusst viel in den Riesenslalom investiert habe, und lobte Forsters Nervenstärke: „Sie hat ein richtig starkes Nervenkostüm bewiesen und einen grandiosen Lauf runtergebracht.“

Im deutschen Team glänzte auch Andrea Rothfuss, die in der stehenden Klasse erneut den vierten Platz belegte und das Podest nur um 0,69 Sekunden verpasste. Trotzdem jubelte die 36-Jährige im Ziel und riss die Arme nach oben. Nach einer mehrjährigen Pause wegen mentaler Probleme war die Riesenslalom-Spezialistin erst im Dezember in den Weltcup zurückgekehrt. Ihre Teamkollegin Anna-Maria Rieder erreichte den siebten Platz.

Bei den sehbehinderten Frauen kam die 17-jährige Maya Fügenschuh bei ihrer Paralympics-Premiere mit Guide und Olympionikin Johanna Holzmann auf Platz neun.

Anna-Lena Forster bleibt bei den aktuellen Winter-Paralympics die einzige deutsche Goldmedaillengewinnerin und demonstriert mit ihrem Doppelerfolg eindrucksvoll, wie sich kontinuierliche Arbeit und technische Innovationen in sportliche Höchstleistungen umsetzen lassen.

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