Emotionale Finale bei den Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo
Die alpinen Wettbewerbe der Frauen bei den Winter-Paralympics in Italien sind mit einem emotionalen Finale zu Ende gegangen. Während die deutsche Fahnenträgerin Andrea Rothfuss ihre Karriere zufrieden beendete, musste Alpin-Ass Anna-Lena Forster im Slalom eine herbe Enttäuschung verkraften.
Forsters bittere 0,08 Sekunden
Anna-Lena Forster verpasste ihre vierte Medaille bei diesen Spielen hauchdünn. Die 30-jährige Monoskifahrerin landete auf der Tofana-Piste in Cortina d'Ampezzo auf dem vierten Platz – lediglich 0,08 Sekunden fehlten ihr zum ersehnten Bronzerang. Auf die chinesische Siegerin Zhang Wenjing hatte Forster 0,43 Sekunden Rückstand.
„Jetzt gerade ist es brutal bitter. Es tut schon sehr weh“, sagte Forster mit Tränen in den Augen nach dem Rennen. Sie hatte sich bewusst sein müssen, dass der Slalom aufgrund des flachen Hanges besonders schwierig werden würde. „Dass es so brutal wird, hätte ich nicht gedacht. Im zweiten Lauf habe ich nochmal gezeigt, was ich kann. Es hat nicht gereicht, das tut weh und muss ich erstmal verarbeiten“, gestand die Athletin.
Zuvor hatte Forster bereits Gold in der Abfahrt und im Riesenslalom sowie Silber in der Super-Kombination gewonnen. Lediglich im Super-G war sie ohne Medaille geblieben.
Rothfuss' zufriedener Abschied
Anders als Forster konnte Andrea Rothfuss ihre paralympische Karriere mit einem positiven Gefühl beenden. Die 36-Jährige, die gemeinsam mit Snowboarder Christian Schmiedt die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier tragen wird, belegte im letzten Rennen ihrer Karriere Platz sieben.
„Ich bin hierhergekommen und habe gesagt: Ein Top-Acht-Ergebnis wäre schön. Ich bin vier Rennen gefahren statt der zwei, die geplant. Also für mich das ein kompletter Erfolg. Ich fühle mich immer noch ein bisschen wie in einem Traum“, erklärte Rothfuss.
Die Athletin hatte zuvor bereits Platz vier in der Abfahrt und im Riesenslalom sowie Rang sechs in der Super-Kombination erreicht. Besonders bemerkenswert: Rothfuss feierte erst im Dezember 2025 ihr Comeback nach einer zweijährigen Pause aufgrund von Depressionen.
Junges Talent zeigt Beständigkeit
Paralympics-Debütantin Maya Fügenschuh beendete den Slalom auf Platz zehn. Die 17-jährige jüngste deutsche Starterin hatte zuvor mit ihrer Begleitläuferin Johanna Holzmann im Riesenslalom Rang neun erreicht.
„Es ist einfach keine Selbstverständlichkeit, alle vier Läufe ins Ziel zu bringen. Daher bin ich mega happy, dass wir alle vier Läufe ins Ziel gebracht haben“, freute sich Fügenschuh über ihre konstanten Leistungen.
Die deutschen Alpin-Athletinnen verlassen die Winter-Paralympics mit gemischten Gefühlen, aber insgesamt erfolgreichen Ergebnissen. Während Forster ihre knappe Medaillenverfehlung verarbeiten muss, kann Rothfuss auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken, und das junge Talent Fügenschuh hat ihr vielversprechendes Debüt gegeben.



