Deutsche Kombinierer verpassen Olympia-Medaille in Italien
Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Olympischen Winterspielen in Italien eine Medaille verpasst. Der aussichtsreich gestartete Vinzenz Geiger, Olympiasieger von 2022, brach bei sehr schwierigen Bedingungen auf der Skilanglaufstrecke komplett ein und lief nur als Zehnter ins Ziel. Johannes Rydzek wurde als bester Deutscher Achter, Julian Schmid belegte Rang 14.
Geiger enttäuscht nach schwachem Rennen
„Ich habe mich einfach nicht gut gefühlt heute - das ganze Rennen schon nicht“, sagte Geiger nach dem Wettkampf im Interview mit der ARD. Der 27-Jährige räumte ein: „Wenn man Olympiasieger werden will oder eine Medaille holen will, dann muss man schon in Topform sein. Und das war ich heute nicht.“ Nach dem Skispringen war Geiger als Achter noch aussichtsreich ins Rennen gegangen, konnte diese Position jedoch auf der anspruchsvollen Laufstrecke nicht halten.
Die Hoffnungen auf ein deutsches Podest erfüllten sich auch für Rydzek und Schmid nicht, obwohl beide im Kampf um Medaillen zunächst nicht chancenlos schienen. Das Rennen fand unter den Augen von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry statt, die nach dem Wettkampf jedoch nicht mit Geiger sprach.
Norweger Oftebro krönt sich zum Olympiasieger
Zum Olympiasieger krönte sich nach einem Sprung von der Normalschanze und dem entscheidenden Langlaufrennen über zehn Kilometer der Norweger Jens Luraas Oftebro. Silber sicherte sich Johannes Lamparter aus Österreich. Überraschend Bronze gewann der Finne Eero Hirvonen, der damit für eine der größten Überraschungen des Wettkampfes sorgte.
Zukunft der Nordischen Kombination bei Olympia ungewiss
Das Internationale Olympische Komitee beobachtet bei diesen Winterspielen die Nordische Kombination besonders genau. Die traditionsreiche Disziplin kämpft um ihre Olympia-Zukunft, da sie als einzige Sportart bei dem Großereignis ohne Frauen stattfindet. Noch ist offen, ob für die nächste Ausgabe der Spiele Athletinnen aufgenommen werden oder ob die Kombination vielleicht sogar ganz aus dem Programm genommen wird.
„Wir haben einfach den geilsten Sport der Welt. So ist es einfach“, hatte Geiger nach dem Skispringen in Predazzo erklärt, wo ungewöhnlich viele Zuschauer vor Ort waren. Auf der Laufstrecke in Tesero waren die Tribünen allerdings nur spärlich besucht, obwohl einige Zuschauerinnen mit Schildern für Gleichberechtigung in dem Sport demonstrierten.
Geiger blickt nach vorne
Trotz der Enttäuschung zeigt sich Geiger optimistisch für die noch ausstehenden Wettkämpfe: „Aber ich habe noch mal zwei Chancen. Da habe ich jetzt ein paar Tage Luft, um zu trainieren. Und da greife ich dann wieder an.“ Die Kombinierer messen sich in den kommenden Tagen noch im Großschanzen-Einzel und im Teamsprint, wo Geiger und seine Teamkollegen die verpasste Medaille nachholen wollen.



