Abschied einer deutschen Wintersport-Ikone: Georg Hackl beendet Karriere
Eine Ära im deutschen Wintersport geht zu Ende. Georg Hackl, die lebende Legende des Rodelsports, hat sich nach fast 40 Jahren aktiver Beteiligung am Weltcup-Geschehen zurückgezogen. Der 59-Jährige nutzte den Rodel-Weltcup in Altenberg am vergangenen Sonntag für seinen letzten Auftritt und verabschiedete sich dabei emotional im Live-Fernsehen.
Bewegender Abschied im ZDF-Interview
Im ZDF richtete der dreifache Olympiasieger einen persönlichen Gruß direkt an die Kamera und damit an alle Fans: „Servus an alle Fans. Es hat Spaß gemacht, euer Hackl Schorsch. Servus“, sagte der gebürtige Berchtesgadener und winkte zum Abschied. Dieser Moment markierte den endgültigen Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Karriere, die 1987 mit Silber im Doppelsitzer bei der Europameisterschaft in Igls begann.
Eine beispiellose Erfolgsgeschichte
Die Bilanz des Ausnahmeathleten spricht für sich selbst:
- Olympisches Gold 1992 in Albertville
- Olympisches Gold 1994 in Lillehammer
- Olympisches Gold 1998 in Nagano – als erster Rodler überhaupt drei Goldmedaillen in Folge gewann
Besonders der 9. Februar 1998 bleibt als historischer Moment im Gedächtnis, als Hackl bei den Olympischen Winterspielen in Nagano seinen dritten Olympiasieg feierte und damit endgültig zur unsterblichen Legende seiner Sportart wurde.
Vom Aktiven zum Trainer – und der Wechsel nach Österreich
Nach seinem Rücktritt als aktiver Sportler im Jahr 2006 blieb Hackl dem Rodelsport als Techniktrainer beim deutschen Verband erhalten. Seit dem 1. Mai 2022 stand er jedoch im Dienste des österreichischen Rodelverbands, wo er als Trainer für Fahr- und Schlittentechnik unter Vertrag war. Dieser Wechsel löste in Deutschland durchaus kontroverse Reaktionen aus.
„Es geht darum, dass im Sport nicht immer die Gleichen gewinnen und eine Sportart zu Tode siegen“, erklärte Hackl dazu. „Die Österreicher haben gesagt: ‚Schorsch, du musst jetzt kommen, wir brauchen dich.‘ Dann habe ich gerne mitgeholfen.“
Reflexion über eine außergewöhnliche Laufbahn
In seinen Abschiedsworten zog der 59-Jährige eine persönliche Bilanz: „Ich habe so viele Höhen und Tiefen miterlebt, tolle Momente, Siege und Niederlagen, erst als Sportler, dann als Trainer. Natürlich sind Olympische Spiele immer wieder das Highlight, das war es auch jetzt wieder. Es bleibt eine große Zufriedenheit.“
Hackl betonte zudem den besonderen Wert seiner österreichischen Erfahrung: „Das hat ein bisschen Schwung in die Sache gebracht. Das war nochmal das i-Tüpfelchen, mit einer anderen Nation anzutreten und das Ganze aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das ist eine ganz wichtige Sache im Leben.“
Mit dem Rückzug von Georg Hackl verliert der deutsche Wintersport nicht nur einen herausragenden Athleten und Trainer, sondern eine prägende Persönlichkeit, die den Rodelsport über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet hat. Seine bewegende Verabschiedung im Live-Fernsehen bleibt als würdiger Abschluss einer außergewöhnlichen Karriere in Erinnerung.



