Biathletin Selina Grotian enttäuscht von Olympia: „Es fühlte sich wie eine lange WM an“
Grotian enttäuscht von Olympia: „Fühlte sich wie WM an“

Biathletin Selina Grotian enttäuscht von Olympia-Erfahrung in Italien

Für die deutsche Biathletin Selina Grotian wurden die ersten Olympischen Winterspiele ihrer Karriere in Italien zu einer großen Enttäuschung. Die 21-jährige Bayerin, deren Nominierung einen Kindheitstraum erfüllte, reist nun mit gemischten Gefühlen aus Südtirol ab. In einem emotionalen Instagram-Post schrieb Grotian: „Die Magie der Ringe, das Zusammenkommen der Athleten, der Geist... Das hat mich nie wirklich erreicht.“ Stattdessen empfand sie die Veranstaltung als „eine sehr lange Weltmeisterschaft mit mehr Medienrummel“.

Olympische Atmosphäre blieb aus

Die deutsche Biathlon-Mannschaft wohnte während der Spiele unweit des Stadions in Antholz, jedoch außerhalb eines improvisierten olympischen Dorfes. In dieser isolierten Atmosphäre, mit wenig Kontakt zu anderen Athletinnen und Athleten, konnte sich kein richtiges Olympia-Flair entwickeln. Aufgrund der großen Distanzen zwischen den Austragungsorten war es für Biathletinnen und Biathleten praktisch unmöglich, andere Wettkämpfe zu besuchen. Cortina d'Ampezzo als nächster Veranstaltungsort lag über eine Stunde Fahrzeit entfernt, was die Interaktion weiter einschränkte.

Sportliche und persönliche Rückschläge

Grotian kam in drei Biathlon-Wettbewerben zum Einsatz, erzielte jedoch enttäuschende Ergebnisse mit den Plätzen 55 im Einzel, 52 im Sprint und 41 in der Verfolgung. „Meine ersten Olympischen Spiele sind vorbei – und ehrlich gesagt waren sie sowohl sportlich als auch persönlich enttäuschend für mich“, schrieb die mehrmalige Junioren-Weltmeisterin. Sie sucht nach Erklärungen für ihre Leistungseinbrüche, insbesondere nach einer Corona-Infektion im Saisonverlauf, die eine Zwangspause erforderte. „Hat mich die Höhe nach Covid stärker beeinträchtigt als erwartet?“, fragte sie sich. Auch am Schießstand lief nichts nach Plan: Bei ihren drei Starts schoss sie immer mindestens drei Fehler.

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Keine Teilnahme an weiteren Wettbewerben

Aufgrund ihrer schwachen Resultate wurde Grotian nicht für die Frauenstaffel berücksichtigt, die am Mittwoch um 14:45 Uhr im ZDF und auf Eurosport um eine Medaille kämpfte. Auch für den abschließenden Massenstart am Samstag qualifizierte sie sich nicht. Trotz der Enttäuschung bleibt Grotian optimistisch: „Nicht die Erfahrung, von der ich geträumt hatte – aber trotzdem Teil des Weges. Ich werde daraus lernen und stärker zurückkommen.“ Ihre Worte spiegeln die Herausforderungen wider, die junge Athletinnen bei ihrem Olympia-Debüt meistern müssen, und unterstreichen die Bedeutung von Resilienz im Spitzensport.

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