Eiskunstlauf-WM in Prag: Hase und Volodin starten ohne Druck
Mit olympischem Rückenwind und einer gelösten Anspannung treten Minerva Hase und Nikita Volodin bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag an. Das deutsche Paarlauf-Duo zählt zu den Medaillenkandidaten, doch nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Italien vor mehr als einem Monat haben sie ihren großen Traum bereits erfüllt. „Man merkt auf jeden Fall, dass nach den Olympischen Spielen viel Druck abgefallen ist“, erklärte die 26-jährige Hase im Vorfeld des Wettkampfes.
Ungewisse Zukunft nach der WM
Die Weltmeisterschaft könnte nicht nur den Abschluss einer ereignisreichen Saison markieren, sondern möglicherweise auch das Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit des Duos. Seit dreieinhalb Jahren laufen Hase und Volodin gemeinsam, doch ob sie ihre Partnerschaft fortsetzen werden, ist noch offen. „Wir werden uns intern nach der WM zusammensetzen und dann entscheiden, wie es weitergehen wird“, sagte Hase. Die Athletin macht die gemeinsame Zukunft auch von äußeren Rahmenbedingungen abhängig, insbesondere vom Fortbestand des Bundesstützpunktes in Berlin.
Medaillenchance bei abwesenden Top-Paaren
Die Gelegenheit, bei der WM in Prag eine Medaille zu gewinnen, ist so günstig wie selten zuvor. Sowohl die japanischen Olympiasieger und Weltmeister Riku Miura und Ryuichi Kihara als auch das italienische Top-Paar Sara Conti und Niccolò Macii verzichten auf die Teilnahme. „Wenn man sich diejenigen anschaut, die bei der Weltmeisterschaft nicht am Start sind, dann darf man davon ausgehen, dass sie sich zu einem der Medaillenränge sicherlich durchkämpfen können“, zeigte sich DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zuversichtlich.
Vorbereitung und Zielsetzung
Nach den Olympischen Spielen traten Hase und Volodin zunächst bei Shows auf, bevor sie in die direkte WM-Vorbereitung starteten. „Die Shows haben sehr geholfen, um einen guten Übergang zu finden zwischen Olympischen Spielen und WM-Vorbereitung“, betonte Hase. Für den Wettkampf in Prag hat das Duo keine konkrete Platzierung als Ziel ausgegeben. „Unser Ziel ist wie immer, bestmöglich zu laufen“, sagte Hase. Im Kurzprogramm am Mittwoch und in der Kür am Donnerstag wollen die beiden vor allem die WM genießen und noch einmal zwei schöne Programme zeigen.
Rahmenbedingungen und Perspektiven
Für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) wäre ein Ende der Zusammenarbeit von Hase und Volodin ein herber Rückschlag, da sie die einzigen verlässlichen Medaillensammler bei großen Meisterschaften sind. Sportdirektor ter Laak zeigt sich dennoch optimistisch: „Ich bin da sehr zuversichtlich, wenn ich mir das Alter der beiden anschaue – und insbesondere im Paarlaufen sind die Sportlerinnen und Sportler länger aktiv als in den Einzellaufdisziplinen.“ Der Fortbestand des Bundesstützpunktes Berlin, über den bis spätestens Ende des Jahres entschieden wird, spielt dabei eine wichtige Rolle, ist aber nach Ansicht von ter Laak nicht entscheidend für die weitere Karriere des Duos.
Abwesende Stars in anderen Disziplinen
Nicht nur im Paarlaufen fehlen bei der WM in Prag einige Top-Athleten. Bei den Frauen verzichtet die US-amerikanische Olympiasiegerin Alysa Liu auf eine Teilnahme, bei den Männern ist der kasachische Sensations-Olympiasieger Michail Schaidorow nicht am Start. Lediglich der US-Ausnahmeläufer Ilia Malinin will nach seinem enttäuschenden achten Platz bei Olympia wieder antreten. Trotz der Abwesenheiten rechnet ter Laak mit einem „tollen Event“ in Prag.



