Deutsche Skifahrer enttäuscht: Olympisches Flair in Bormio fehlt komplett
Kein Olympia-Flair in Bormio: Deutsche Skifahrer enttäuscht

Deutsche Skifahrer vermissen olympisches Flair in Bormio

Die deutschen alpinen Skirennfahrer zeigen sich nach der Hälfte der Olympia-Wettkämpfe in Bormio schwer enttäuscht von der Atmosphäre vor Ort. Anstelle des erwarteten olympischen Flairs herrsche eine Stimmung, die sogar unter der eines normalen Weltcup-Events liege. Die drei deutschen Starter im Riesenslalom – Alexander Schmid, Anton Grammel und Fabian Gratz – äußerten sich deutlich enttäuscht über die Situation.

Vergleich mit Corona-Spielen und normalem Weltcup

Alexander Schmid brachte es vor dem Riesenslalom am Samstag auf den Punkt: „So richtig Stimmung kommt leider nicht auf.“ Sein Teamkollege Anton Grammel ging noch einen Schritt weiter und verglich die Atmosphäre mit der eines durchschnittlichen Weltcups, „vielleicht auch nicht eines der bestorganisierten Weltcups“, wie er präzisierte.

Der deutsche Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger zog sogar Parallelen zu den isolierten Winterspielen in Peking 2022, die unter strengen Corona-Bedingungen stattfanden. „Das gibt es hier nicht. Eigentlich ist es jetzt ruhiger als beim Weltcup“, konstatierte der erfahrene Coach, der bereits mehrere Olympische Spiele miterlebt hat.

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Fehlende Infrastruktur und verwaiste Straßen

Die strukturellen Gegebenheiten in Bormio tragen wesentlich zur gedämpften Stimmung bei. Anders als bei traditionellen Olympischen Spielen gibt es kein zentrales olympisches Dorf. Die Mannschaften sind auf verschiedene Hotels verteilt – eine Situation, die eher an normale Weltcup-Veranstaltungen erinnert.

An rennfreien Tagen präsentieren sich die Straßen, Restaurants und Bars in Bormio auffallend menschenleer. Viele Hotels und Pensionen blieben während der gesamten Spiele geschlossen, was das Gefühl einer unvollständigen Veranstaltung verstärkt. Lediglich in der Nähe des Zielstadions kommt es während der Rennen zu etwas mehr Leben und vereinzelten Feiern.

Kritik am dezentralen Olympia-Konzept

Cheftrainer Schwaiger übte grundsätzliche Kritik am Konzept der auf Norditalien verteilten Winterspiele: „Olympia ist, glaube ich, schon in einer gewissen Art und Weise verloren gegangen.“ Der erfahrene Trainer erinnerte an frühere Spiele, bei denen die Sportstätten zentraler lagen und ein reger Austausch zwischen den Sportlern verschiedener Disziplinen möglich war. „Das macht dann das olympische Flair aus“, betonte Schwaiger.

Alexander Schmid, der sich nach einer Sprunggelenksverletzung nun wieder fit fühlt, hatte sich besonders auf diese Europaspiele gefreut: „Jetzt hier hat man sich dann doch ein bisschen mehr erhofft“, gestand der Skifahrer, der sich eigentlich Olympia in der europäischen Ski-Kernregion anders vorgestellt hatte.

Deutsche Starter wollen trotzdem überraschen

Trotz der enttäuschenden Atmosphäre wollen Schmid, Grammel und Gratz im Riesenslalom am Samstag (10.00/13.30 Uhr, ARD und Eurosport) für positive Überraschungen sorgen. Coach Schwaiger sieht durchaus Chancen für seine Schützlinge: „Als Underdog ist in Bormio vieles möglich.“

Alexander Schmid berichtete nach seiner Verletzungspause erfreuliche Nachrichten: „Es geht mir ganz gut, ich habe keine Schmerzen mehr.“ Die deutschen Skifahrer hoffen nun, mit starken Leistungen im Riesenslalom wenigstens auf der Piste für olympische Momente zu sorgen, auch wenn das besondere Flair der Winterspiele in Bormio nach ihrer Einschätzung deutlich zu wünschen übrig lässt.

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