Biathlon-Olympiasiegerin mit bitterem Fauxpas in Kontiolahti
Norwegens Biathlon-Ass Maren Kirkeeide erlebte beim Massenstart in Kontiolahti einen Tag, den sie so schnell nicht vergessen wird. Die Sprint-Olympiasiegerin von Antholz leistete sich einen peinlichen Fehler, der ihr eine schwere Zeitstrafe einbrachte und ihre Platzierung massiv verschlechterte.
Vergessene Strafrunde kostet zwei Minuten
Beim dritten Anschlag am Schießstand verfehlte Kirkeeide zwei Scheiben, lief jedoch nur eine statt der erforderlichen zwei Strafrunden. Dieser fatale Irrtum wurde mit einer Zeitstrafe von satten zwei Minuten geahndet. Die Norwegerin überquerte die Ziellinie zwar auf dem 13. Platz, wurde aber aufgrund der Strafe auf den 28. Rang zurückgestuft. Von 30 teilnehmenden Athletinnen war dies ein besonders bitteres Ergebnis für die eigentlich favorisierte Sportlerin.
Experten kommentieren den Anfängerfehler
Borut Nunar, Rennleiter der Internationalen Biathlon Union (IBU), bestätigte nach dem Rennen den Regelverstoß. „Das ist ein sehr klassischer Fehler. Das passiert gelegentlich, und dieses Mal ist es ihr passiert“, erklärte er gegenüber dem norwegischen Sender NRK. Der norwegische Biathlon-Experte Ola Lunde bezeichnete den Vorfall im Live-TV als „kleinen Anfängerfehler“ und fügte hinzu: „Das war bitter, aber so ist es nun mal.“
Kirkeeide reagiert mit Humor auf den Patzer
Die 23-jährige Norwegerin zeigte sich nach dem Rennis erstaunlich gelassen. „Ich dachte, eine Strafrunde würde reichen, also bin ich einfach wieder rausgegangen. Ich wollte wieder auf die Strecke. Ich hatte nicht vor, zwei Fehlschüsse zu machen“, sagte sie schmunzelnd im Interview mit TV 2. Erst als sie von nur 30 Sekunden Rückstand auf das Podium hörte, wurde ihr der Fehler bewusst. „Mir wurde klar, dass es so wenig war, weil ich eine Strafrunde ausgelassen hatte“, schilderte sie. „Ich konnte mich aber nicht genau daran erinnern, was ich gemacht hatte.“
Holpriger Rennverlauf und Formtief
Das Rennen hatte für Kirkeeide bereits unglücklich begonnen. Sie war indirekt in eine Kollision zwischen Vanessa Voigt und Lou Jeanmonnot verwickelt, als Voigt versuchte, der leicht nach rechts ziehenden Kirkeeide auszuweichen. Bereits am Donnerstag hatte die Norwegerin mit Platz 61 im Einzel enttäuscht. Experten vermuten, dass bei der 23-Jährigen nach ihren Olympiaerfolgen – Gold im Sprint und zwei weitere Medaillen – möglicherweise die Luft raus ist. Im Gesamtweltcup belegt Kirkeeide aktuell Platz sechs und hat praktisch keine Chance mehr auf das Gelbe Trikot. In dieser Situation wiegt das ein oder andere unglückliche Malheur nicht ganz so schwer, doch der Fauxpas in Kontiolahti wird sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben.



