Norwegischer Biathlet triumphiert trotz medialem Sturm
Sturla Holm Laegreid hat bei den Olympischen Winterspielen erneut bewiesen, dass er unter Druck brillieren kann. Nur wenige Tage nach einem aufsehenerregenden TV-Interview, in dem der 28-jährige Norweger einen Seitensprung beichtete und dafür heftige Kritik erntete, sicherte er sich im Sprintrennen der Männer die Bronzemedaille. Damit wiederholte er seinen Erfolg aus dem Einzelwettbewerb, wo er ebenfalls Dritter wurde.
Deutsche Biathleten verpassen Medaillenränge deutlich
Die deutschen Hoffnungen auf Edelmetall blieben unerfüllt. Bester Deutscher wurde Philipp Horn aus Thüringen, der nach einem Fehler mit dem letzten Schuss mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf Platz zehn landete. Ohne die späte Strafrunde hätte der 31-Jährige zwar etwas weiter vorn platziert sein können, doch die Medaillen waren außer Reichweite. Die bislang letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Männer holte Arnd Peiffer mit Gold 2018 in Pyeongchang.
Philipp Nawrath, der im Einzel noch Fünfter geworden war, musste an seinem 33. Geburtstag drei Strafrunden in Kauf nehmen und landete außerhalb der Top 20. Mit einem Rückstand von 1:52,9 Minuten hat der Bayer auch in der anstehenden Verfolgung am Sonntag kaum realistische Chancen auf eine Medaille. Justus Strelow (ein Fehler) und David Zobel (fehlerfrei) konnten trotz solider Schießleistungen nicht in die vorderen Ränge vordringen.
Französischer Triumph und norwegische Dominanz
Den beeindruckenden Olympiasieg sicherte sich der fehlerfreie Franzose Quentin Fillon Maillet. Silber ging an seinen norwegischen Konkurrenten Vetle Sjastad Christiansen, der ebenfalls ohne Fehler blieb. Die norwegische Dominanz im Biathlon setzt sich damit fort, nachdem bereits vor vier Jahren in Peking Johannes Thingnes Bö den Olympiasieg errungen hatte.
Der Fokus liegt nun auf den deutschen Frauen, die am Freitag im Sprint um Medaillen kämpfen. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß gehört erneut zu den Mitfavoritinnen und führt das Quartett an, zu dem auch die Einzel-Vierte Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer gehören.
Laegreids Leistung unterstreicht seine mentale Stärke. Trotz der öffentlichen Kontroverse um sein privates Geständnis konnte er alle Gefühle ausblenden und eine weitere Top-Leistung abliefern. Sein Doppelerfolg bei diesen Spielen festigt seinen Status als einer der weltbesten Biathleten.



