Max Langenhan trotzt steifem Hals und rast zu Rodel-Gold bei Olympia 2026
Max Langenhan hat als erster deutscher Athlet bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo eine Goldmedaille gewonnen. Der Rodel-Weltmeister ließ sich dabei nicht von einem gesundheitlichen Handicap irritieren und verbesserte im Einsitzer-Wettbewerb mehrmals den Bahnrekord im Eiskanal.
Beeindruckende Rekordshow trotz Nackenproblemen
Der 26-jährige Thüringer aus Ernstroda bei Friedrichroda absolvierte eine beeindruckende Leistung, obwohl er vor dem Start der Rodel-Rennen noch über einen steifen Hals klagte und sogar eine Absage in Betracht gezogen hatte. Dank langer Massagen konnte er sich doch noch auf seinen Schlitten setzen und fuhr in den ersten drei Läufen jeweils Bahnrekord auf der neu gebauten 1.445 Meter langen Bahn.
„Die Medaille hängt ein bisschen schwer. Ich habe ganz schön Nackenprobleme“, gestand Langenhan nach seinem Coup dem ZDF. „Das ist irgendwie schon cool. Ich bin super happy, dass die ganze Performance zusammengekommen ist.“
Souveräner Sieg mit deutlichem Vorsprung
Mit einem beeindruckenden Vorsprung von 0,596 Sekunden verwies der 1,90 Meter große Athlet den Österreicher Jonas Müller auf den zweiten Platz. Dritter wurde wie schon 2022 in Peking der Italiener Dominik Fischnaller. Im vierten und letzten Lauf baute Langenhan seinen Vorsprung noch einmal aus und stellte dabei seinen vierten Bahnrekord auf.
Nach seinem Parforceritt breitete er im Eiskanal die Arme aus und verdrückte im Ziel Freudentränen. Umhüllt von der Deutschland-Fahne verneigte sich der Rodler vor den Fans und holte sich zur Belohnung ein Küsschen seiner Freundin Susanne ab.
Lob von Kollegen und Verbandsfunktionären
„Was der Max die zwei Tage runtergerissen hat, ist einfach sensationell“, schwärmte der Weltcupführende Felix Loch, der sich bei seinen fünften Winterspielen mit Rang sechs begnügen musste. Thomas Schwab, der Vorstandsvorsitzende vom Bob- und Schlittenverband, fügte hinzu: „Ein guter Auftakt ist immer wichtig. Eine Goldmedaille, was will man mehr.“
Langenhan selbst betonte die Bedeutung seines Teams: „Ich bin dankbar für jede Person, die ich auf dem Weg kennenlernen durfte. Die haben das gemacht. Am Ende darf ich mir die Medaille umhängen, aber eigentlich müssten 300 Leute so eine Medaille bekommen.“
Hackl verfolgt Rennen trotz Sturz
Das Gold-Duell zwischen Deutschland und Österreich konnte auch Rodel-Ikone Georg Hackl verfolgen, obwohl er am Vormittag beim Training der Frauen schwer gestürzt war und sich die Schulter ausgekugelt hatte. Der erfolgreichste Rodler der olympischen Geschichte mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen konnte die Klinik wieder verlassen und verfolgte das Finale dank schmerzlindernder Medikamente.
„Ich bin in eine Lücke dieses Steges geraten und in einen Schacht knapp zwei Meter in die Tiefe gestürzt. So gesehen hatte ich noch Glück im Unglück“, meinte „Schorsch“ Hackl, der 2022 vom deutschen Verband zu den Österreichern gewechselt war.
Enttäuschung für Topfavorit Loch
Für Topfavorit Felix Loch waren die Wettbewerbe eine Enttäuschung. Schon zur Halbzeit stellte der 36-Jährige seinen Schlitten zerknirscht in die Ecke. Im ersten und dritten Lauf fuhr er auf der Startrampe an die Bande. „Es scheint vielleicht nicht genau das richtige Set-up zu sein. Schade, dass es gerade bei Olympia passiert“, sagte der Berchtesgadener.
Schon 2018 in Pyeongchang hatte Loch ein olympisches Rennen verpatzt. In Peking war er kraftlos Vierter geworden, nachdem ihn eine Corona-Infektion geschwächt hatte.
Große Fangemeinde feiert mit
Langenhan, der am vorletzten Olympia-Tag am 21. Februar seinen 27. Geburtstag feiert, kommt aus der Party-Stimmung nicht mehr raus. Der Thüringer hat eine riesige Fangemeinde dabei, dazu seine Eltern, seine vier Geschwister und seine Freundin Susanne. Allein 100 Fans verfolgten seinen Gold-Coup.
Nach einem Zwischenstopp in Innsbruck sind die Fans noch eine Woche in Welsberg-Taisten im Pustertal. Sie haben extra einen großen Bus für die Reise in den Dolomiten angemietet. Langenhan bezeichnet den Rückhalt als „Wahnsinn“.
Sein Manager Jens Roß betonte Langenhans besondere Art: „Er ist ein Teamplayer in einer Einzelsportart, nimmt sich ganz bewusst Zeit für Kinder, für Fans, für Sponsoren, ja für alle.“



