Olympia-Drama für Lena Dürr: Slalom-Aus am ersten Tor beendet Karriere
Die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo haben für die deutsche Skirennläuferin Lena Dürr ein tragisches Ende genommen. Bei ihrem letzten Olympia-Rennen verpasste die 34-jährige Münchnerin im Damen-Slalom auf brutalste Weise das ersehnte Happy End und schrieb ein weiteres Drama-Kapitel in ihrer Karriere.
Katastrophaler Patzer kostet Silbermedaille
Nach einem starken ersten Durchgang, der Dürr auf dem Silberrang positionierte, kam es im zweiten Lauf zur Katastrophe. Die Deutsche fädelte bereits am allerersten Tor ein und schied aus, bevor ihr Rennen überhaupt richtig begonnen hatte. Damit verspielte sie die mögliche Silbermedaille, die stattdessen an die Schweizer Weltmeisterin Camille Rast ging. Bronze sicherte sich die Schwedin Anna Swenn-Larsson.
„Man kann es im Ziel immer noch gar nicht realisieren. Katastrophe. Irgendwie Worst Case“, sagte eine völlig frustrierte Dürr nach ihrem Aus. Die 34-Jährige fügte hinzu: „Es ist ein beschissenes Gefühl, aber ich war trotzdem parat, wieder da oben zu stehen und zu wissen: Ich kann da ganz vorne mitfahren.“
Erinnerungen an Wasmeier werden wach
Dürrs Patzer weckte Erinnerungen an Markus Wasmeier, der 1988 in Calgary als Goldfavorit im Super-G ebenfalls am ersten Tor hängenblieb. Auf die Frage, ob ihr ein derartiger Fehler schon einmal passiert sei, antwortete Dürr: „Bei einem FIS-Rennen, glaube ich. Vor ungefähr 15 Jahren. Wahrscheinlich passiert das jedem Slalomfahrer irgendwann mal in seiner Karriere. Und dann genau heute.“
Trotz der bitteren Enttäuschung zeigte sich Dürr dankbar für den Zuspruch im Zielbereich: „Wer da ist, wer kommt und welche Worte für einen fallen – das ist ein schönes Gefühl. Dann merkt man schon, dass man ganz schön viel richtig gemacht hat.“
Shiffrin beendet Medaillen-Durststrecke
Während Dürr das Drama erlebte, beendete US-Star Mikaela Shiffrin ihre olympische Medaillen-Durststrecke. Die Slalom-Königin dominierte beide Durchgänge und sicherte sich mit mehr als 1,5 Sekunden Vorsprung auf Camille Rast die Goldmedaille. Für Shiffrin war es der erste Olympiasieg seit 2014.
Die deutsche Hoffnung Emma Aicher, die bereits mit zwei Silbermedaillen aus Cortina d'Ampezzo nach Hause fährt, wurde im Slalom Neunte. Die 22-Jährige verpasste im zweiten Durchgang den Anschluss an die Spitze und musste sich mit Rang fünf im zweiten Lauf begnügen.
TV-Kommentatoren entsetzt über Drama
Dürrs Blitz-Aus löste auch in den Live-Übertragungen ungläubiges Entsetzen aus. ARD-Kommentator Schmelzer rief: „Das ist ein Volldebakel! Das gibt es doch nicht. Das darf nicht wahr sein!“ Im ZDF war Experte Marco Büchel ähnlich fassungslos: „Nein, das darf nicht wahr sein. So Sachen passieren immer wieder – aber nicht heute.“
Dürr bestätigt Karriereende bei Olympia
Im Anschluss an das Rennen bestätigte Dürr, dass es ihr letztes Olympia-Rennen war: „In vier Jahren werde ich nicht mehr da sein. Das sind die Momente, die es ausmachen.“ Nächste Saison wolle sie aber wieder an den Start gehen, auch wenn ihre letzten Wochen „absolut katastrophal“ gewesen seien.
„Ich wusste nicht wirklich, was ich tun soll. Mich da wieder rauszuarbeiten und da oben völlig befreit und mit einem klaren Plan stehen zu können, das macht es aus“, erklärte die WM-Dritte von 2023. Zum Abschluss betonte sie: „Ich freue mich, dass es weitergeht.“
Das deutsche Team verlässt Cortina d'Ampezzo damit mit gemischten Gefühlen. Während Emma Aicher zwei Silbermedaillen gewann, bleibt für Lena Dürr die Erinnerung an ein Olympia-Drama, das ihre Karriere auf tragische Weise beendete.



