Felix Loch dominiert Rodel-Weltcup mit historischem Sieg in Altenberg
Der deutsche Rodler Felix Loch hat beim Weltcup-Finale in Altenberg einen beeindruckenden Triumph gefeiert. Der 36-Jährige aus Berchtesgaden sicherte sich nicht nur mühelos die Kristallkugel für den Gesamtweltcup-Sieg, sondern stellte zudem mit seinem 57. Weltcuperfolg den bisherigen Rekord des Italieners Armin Zöggeler ein. Auf der perfekt präparierten Eisbahn im sächsischen Altenberg durchbrach Loch mit einer Zeit von 52,998 Sekunden sogar die magische 53-Sekunden-Marke und demonstrierte damit seine überragende Form.
Emotionale Szenen nach dem historischen Rennen
Nach seinem Sieg jubelte Felix Loch völlig entfesselt und hob den deutlich kleineren Bahnmeister Ralf Mende in die Höhe. „Ich wollte hier unbedingt einmal eine 52er-Zeit fahren. Es war ein hammergeiles Rennen, eine hammergeile Bahn“, kommentierte der Olympiasieger seine Leistung. Mit diesem Erfolg verarbeitete er endgültig seine Enttäuschung von den letzten Olympischen Spielen, wo er sich nach eigenen Worten „mit dem Material verwachsen“ hatte.
Obwohl der Gesamtsieg nach dem Startverzicht des Österreichers Jonas Müller bereits sicher war, fuhr Loch das Rennen mit vollem Angriff und wurde für seine offensive Fahrweise belohnt. „Wenn ich bis 2030 weitermache, dann kann ja noch die ein oder andere Kugel dazukommen“, meinte der Bayer schmunzelnd nach seinem insgesamt achten Gesamtsieg. Armin Zöggeler, heute Sportdirektor Italiens, führt allerdings weiterhin mit zehn Erfolgen bei den Gesamtweltcupsiegen.
Deutsche Rodler dominieren das Weltcup-Finale
Neben Felix Loch konnten auch andere deutsche Rodler Erfolge feiern. Bei den Frauen sicherte sich Olympiasiegerin Julia Taubitz aus Oberwiesenthal mit nur vier Zählern Vorsprung ihren fünften Gesamtsieg in Serie. Merle Fräbel, die das Weltcup-Finale gewann, wurde Gesamtzweite.
Im Doppelsitzer hatten die Rekord-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt ihren Gesamtsieg bereits in St. Moritz sichergestellt und verzichteten in Altenberg auf einen Start, um jüngeren Athleten eine Chance zu geben. „Es ist irgendwie ein komisches Gefühl. Wir sind hier an die Bahn gefahren und haben uns gedacht, wir würden schon gern fahren. Es hat schon gekribbelt“, gestand Tobias Arlt.
Abschied und Ausblick auf Olympia 2030
Emotional wurde es beim Karriereende von Dajana Eitberger, die nach ihrem letzten Rennen Tränen vergoss. Zusammen mit Magdalena Matschina erreichte sie im Doppelsitzer Platz zwei, sowohl im Rennen als auch in der Gesamtwertung hinter den siegreichen Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp. „Umso mehr man umarmt hat, umso mehr ist der Wasserstand in den Augen gestiegen“, beschrieb Eitberger ihre Gefühle.
Cortina-Olympiasieger Max Langenhan verzichtete aufgrund von Nackenproblemen auf einen Start und sicherte sich nur die Kristallkugel für den dritten Platz in der Gesamtwertung. „Die Gesundheit geht vor“, begründete der Thüringer seine Entscheidung.
Nach einer kurzen Pause werden die deutschen Rodler mit einem ausgewählten Team nach La Plagne reisen, um auf der Olympia-Bahn von 2030 zu testen. „Wir blicken jetzt schon nach vorn und nutzen die Olympia-Bahn von 2030 für einige Tests“, erklärte Cheftrainer Patric Leitner. Auch Felix Loch denkt bereits an Olympia 2030, doch zunächst geht es für ihn zurück zur Familie nach Berchtesgaden zu seiner Frau Lisa und den Söhnen Lorenz und Ludwig.



