Österreicher Andreas Mitter übernimmt als neuer Bundestrainer der deutschen Skispringer
Der Deutsche Skiverband (DSV) hat einen Nachfolger für den scheidenden Bundestrainer Stefan Horngacher präsentiert. Wie der Verband am 1. April 2026 mitteilte, wird der 44-jährige Österreicher Andreas Mitter die Verantwortung für die deutschen Skispringer übernehmen. Mitter, der zuletzt drei Jahre als Co-Trainer unter Horngacher tätig war, tritt damit eine interne Lösung an, auf die der DSV bewusst gesetzt hat.
Vertrauen in einen erfahrenen Systemkenner
Sportdirektor Horst Hüttel begründete die Entscheidung mit Mitters umfassender Kenntnis des deutschen Skisprungsystems. "Andreas kennt das System Skisprung in Deutschland in all seinen Facetten", sagte Hüttel. "Wir vertrauen darauf, dass er mit seiner Expertise und seinem hohen Engagement notwendige neue Impulse setzen kann." Der bisher eher in der Öffentlichkeit unbekannte Trainer blickt auf eine vielseitige Karriere zurück, die bereits Stationen als Cheftrainer in Finnland und für den österreichischen Skiverband umfasst.
Mitter will Potenzial der Mannschaft entwickeln
In seiner ersten Stellungnahme als designierter Bundestrainer zeigte sich Mitter ambitioniert. "Zusammen mit meinen Trainerkollegen wollen wir neue Impulse in der Trainingsarbeit setzen, um das Potenzial der Mannschaft bestmöglich zu entwickeln", erklärte er. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Herausforderung gerichtet sein, eine Balance zwischen erfahrenen Athleten und Nachwuchstalenten zu finden.
Positive Resonanz aus dem Team
Deutschlands langjähriger Leistungsträger Karl Geiger begrüßte die Entscheidung des DSV. "Ich glaube, dass das funktionieren wird. Das wird eine gute Sache", sagte Geiger bereits im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe im ZDF. "Ich bin zufrieden mit der Wahl und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Andreas in seiner neuen Rolle." Die Unterstützung aus dem Team gilt als wichtiger Baustein für einen erfolgreichen Start der neuen Ära.
Große sportliche Herausforderungen warten
Mitter übernimmt das Amt zu einem Zeitpunkt, der von großen sportlichen Zielen geprägt ist. Besonders der seit 2002 ausstehende deutsche Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee steht weit oben auf der Agenda. Der letzte Triumph gelang damals Sven Hannawald. Horngacher, der mit dem Team zahlreiche Erfolge bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften feierte, hatte vor seinem Abschied die komplexen Aufgaben betont. "Die größte Herausforderung wird sein, die älteren und arrivierten Sportler wieder nach vorne zu bringen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Und es geht darum, die richtige Mischung zu finden. Man muss junge Sportler im richtigen Maß ins Team einbauen und darauf vorbereiten, irgendwann die Wachablösung herbeizuführen."
Mit dem Saisonabschluss im slowenischen Planica am vergangenen Sonntag endete die Ära Horngacher im Weltcup. Mitter sieht sich nun einer doppelten Aufgabe gegenüber: Einerseits gilt es, die etablierten Springer zurück an die Weltspitze zu führen, andererseits muss der Nachwuchs systematisch aufgebaut werden. Die kommende Saison wird zeigen, ob der interne Wechsel beim DSV die gewünschten neuen Impulse bringen kann.



