Biathlon-Weltcup in Estland: Nawrath glänzt mit fehlerfreiem Schießen und Podestplatz
Im verregneten Otepää hat Philipp Nawrath beim Biathlon-Weltcup-Sprint eindrucksvoll demonstriert, dass im Saison-Endspurt noch vieles möglich ist. Der 33-jährige Bayer erreichte mit einer tadellosen Schießleistung und der dritten Laufzeit den dritten Platz und feierte damit sein zweites Podest in diesem Winter. Von einem Olympia-Kater nach den enttäuschenden Ergebnissen in Norditalien war beim Routinier keine Spur zu erkennen.
Fehlerfreie Leistung als Schlüssel zum Erfolg
Als einziger Starter des Deutschen Skiverbandes traf Nawrath sowohl im Liegendanschlag als auch stehend alle zehn Scheiben. „Es ist jetzt vielleicht nicht ganz der Rhythmus drin, aber dennoch habe ich die Treffer gesetzt und das war mir heute das Wichtigste“, erklärte der Athlet nach dem Rennen. In der Vergangenheit habe er sich oft Flüchtigkeitsfehler geleistet, doch diesmal überzeugte er mit konzentrierter Präzision trotz etwas langsamerer Schießgeschwindigkeit als die Konkurrenz.
Nur der Norweger Sturla Holm Laegreid, der seinen zweiten Sieg in Folge einfahren konnte, und der Franzose Émilien Jacquelin waren stärker als der Deutsche. Nawrath geht mit 18 Sekunden Rückstand auf Laegreid optimistisch in die Verfolgung am Samstag. „Tatsächlich wollte ich etwas defensiver reingehen, aber ich bin recht forsch reingegangen“, analysierte er seine Laufleistung. „Aber es ist sich gut ausgegangen, dass ich noch die Körner hatte, um zeitlich dagegenzuhalten.“
Teamkollegen bleiben hinter den Erwartungen zurück
Während Nawrath glänzte, präsentierten sich seine Teamkollegen weniger treffsicher. Kein weiterer deutscher Athlet schaffte es unter die Top Ten:
- Philipp Horn musste drei Extra-Runden drehen und landete auf Platz 26
- Leonhard Pfund erreichte Platz 34 mit zwei Schießfehlern
- Justus Strelow kam nach seiner Verletzungspause auf Platz 41
- Lucas Fratzscher belegte Rang 49
- David Zobel landete auf Platz 60
Horn zeigte sich enttäuscht über seine Leistung: „Mich ärgert einfach nur meine Leistung am Schießstand. Zwei Fehler stehend - das ist nicht das, was ich kann. Mir fehlt da gerade das Selbstverständnis.“ Strelow, der zuletzt wegen eines gebrochenen Fingers pausieren musste, meinte dagegen: „Ein Fehler war sicherlich nicht optimal, aber ich bin erstmal froh, dass ich durch das Rennen mit der Vorgeschichte ganz solide durchgekommen bin. Hier und da fehlt noch etwas.“
Positive Entwicklung nach Olympia-Enttäuschung
Nawrath hatte bereits in der vergangenen Woche im finnischen Kontiolahti mit den Rängen fünf und sieben überzeugen können und setzt diese positive Entwicklung nun fort. „Ich habe noch schöne Bedingungen daheim, um zu trainieren, deswegen habe ich das so mitgenommen und es macht Spaß - das hat mir gut gepasst“, erklärte der Athlet seine Motivation nach der Olympia-Enttäuschung.
Der Erfolg in Otepää unterstreicht Nawraths konstante Leistungsfähigkeit in dieser Saison. Bereits in Oberhof hatte er auf dem Podest gestanden und zeigt nun erneut, dass er zu den verlässlichsten deutschen Biathleten gehört. Mit der vorletzten Weltcup-Station in Estland bietet sich dem Bayer noch die Chance, die Saison mit weiteren starken Ergebnissen abzurunden.



