Felix Neureuther enthüllt: Skirennlauf bietet enorme Verdienstmöglichkeiten
Wenn es um finanzielle Aspekte seiner Karriere ging, hielt sich Felix Neureuther bislang bedeckt. Doch nun spricht der ehemalige Skistar offen über die Verdienstmöglichkeiten im Skirennlauf – und zieht dabei deutliche Vergleiche zu anderen Wintersportarten.
Vom ARD-Experten zum offenen Gesprächspartner
Felix Neureuther verfolgt aktuell als ARD-Experte die Olympischen Winterspiele in Italien und schätzt die Leistungen der Sportler ein. In einem aktuellen Gespräch im Podcast "Pizza & Pommes" mit Co-Host Philipp Nagel und Gast Giovanni di Lorenzo wagt sich der 41-Jährige jedoch an ein Thema, das er bisher selten beleuchtete: die finanziellen Realitäten im Wintersport.
"Also ich glaube, ihr geht es finanziell schon gut", sagte Neureuther bezüglich der italienischen Skirennläuferin Frederica Brignone. "Im Skisport hast du eine unheimlich große Industrie dahinterstehen, wo du natürlich viel Geld verdienen kannst, weil einfach der Markt dafür da ist."
Skirennlauf als finanzieller Ausreißer
Der ehemalige Skistar, der in seiner Karriere 13 Weltcup-Siege im Einzelrennen der Männer erzielte, macht klare Unterschiede zwischen den verschiedenen Wintersportarten. "Welcher Sport bringt die meisten Leute in die Region, wo Olympia ausgetragen worden ist? Das ist natürlich schon Ski Alpin, also langfristig gesehen. Weil da ist eben der Markt."
Im Gegensatz dazu gebe es im Skispringen "nicht diesen Markt" wie im Ski Alpin: "Und den gibt es so auch nicht im Biathlon." Daher könnten Skispringer oder Biathleten laut Neureuther lange nicht so gut verdienen wie alpine Skirennläufer.
Olympiasieg bedeutet nicht automatisch finanzielle Absicherung
Podcast-Gast Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", wollte von Neureuther wissen, ob Skispringer Philipp Raimund nach seinem Olympia-Gold finanziell ausgesorgt habe. Neureuther verneinte dies deutlich: "Die meisten [Skispringer] nicht, deshalb wollte ich sagen, dass du Ski Alpin nicht mit den anderen Sportarten vergleichen kannst. Wir haben die Tourismus-Regionen, das haben die anderen Sportarten leider nicht."
Forderung nach höherer Wertschätzung
Für Neureuther ist der Unterschied in der Lukrativität zwischen den verschiedenen Skisportarten nicht gerechtfertigt. "Der Weg zum Olympiasieger, egal ob Skisprung, Langlauf oder Biathlon, ist ja genauso hart [wie im Ski Alpin]. Und auch der finanzielle Aufwand für die Athleten."
Der 41-Jährige stellt daher eine klare Forderung: Er will, "dass speziell auch für solche Sportarten die Wertschätzung einer Medaille in Deutschland noch viel höher sein muss". Neureuther deutet an, dass Erfolge im olympischen Wintersport finanziell noch mehr Anerkennung erfahren sollten – eine Position, der sowohl Giovanni di Lorenzo als auch Co-Host Philipp Nagel im Podcastgespräch zustimmten.
Die offenen Worte des ehemaligen Skistars werfen ein neues Licht auf die wirtschaftlichen Realitäten im Wintersport und zeigen deutliche Ungleichheiten zwischen verschiedenen Disziplinen auf.



