Marco Odermatt feiert Revanche-Sieg auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen
Der Schweizer Skistar Marco Odermatt hat bei der Weltcup-Abfahrt auf der legendären Kandahar-Strecke in Garmisch-Partenkirchen einen beeindruckenden Sieg eingefahren. Dieser Triumph markiert bereits seinen neunten Weltcup-Erfolg in der laufenden Saison und stellt zugleich eine symbolische Revanche für die enttäuschenden Olympia-Ergebnisse dar.
Schweizer Dominanz bei frühlingshaften Bedingungen
Unter frühlingshaften Temperaturen im Schatten der Zugspitze gelang Odermatt ein überzeugender Lauf, der ihn mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Alexis Monney auf den ersten Platz brachte. Den dritten Rang sicherte sich ein weiterer Schweizer, Stefan Rogentin, mit einem Rückstand von 0,98 Sekunden. Der dreifache Olympiasieger Franjo von Allmen, der Odermatt bei den Spielen in Bormio mehrfach den Rang abgelaufen hatte, musste sich diesmal mit Platz sechs begnügen.
Lokalmatador Simon Jocher und der erfahrene Romed Baumann konnten sich nicht unter den besten dreißig platzieren, was die herausragende Leistung des Schweizer Teams zusätzlich unterstrich. "Unglaublich, was wir heute wieder zeigen durften, das ganze Team hat super gearbeitet", kommentierte Odermatt die starke Präsenz seiner Landsleute.
Herausfordernde Piste in bestem Zustand
Trotz der ungewöhnlich warmen Witterung, die sogar T-Shirt-Temperaturen ermöglichte, präsentierte sich die Kandahar-Strecke in einem hervorragenden Zustand. Odermatt lobte in einem Interview mit der ARD ausdrücklich die Organisatoren: "Ein großes Kompliment an alle Beteiligten, die die Piste perfekt präpariert haben." Es war bemerkenswert, dass überhaupt eine Abfahrt möglich war, nachdem witterungsbedingt zuletzt im Jahr 2021 ein Rennen auf dieser anspruchsvollen Strecke stattfinden konnte.
Kristallkugeln als Trost für Olympia-Enttäuschungen
Für Marco Odermatt, der bei den Olympischen Spielen in Bormio zweimal Silber und einmal Bronze gewann, aber keine Goldmedaille erringen konnte, dürften die Weltcup-Erfolge einen gewissen Trost darstellen. Der Abfahrtsweltcup ist für ihn mit einem Vorsprung von 175 Punkten auf Franjo von Allmen und nur noch zwei ausstehenden Rennen praktisch schon sicher.
Im Kampf um die große Kristallkugel, die den Gesamtweltcup-Sieger auszeichnet, liegt Odermatt mit einem Vorsprung von 687 Punkten vor Lucas Pinheiro Braathen, dem Olympiasieger im Riesenslalom, ebenfalls in einer äußerst komfortablen Position. Bei noch neun verbleibenden Wettbewerben, darunter der anstehende Super-G in Gap am kommenden Sonntag, scheint der Weg zum Gesamtsieg klar vorgezeichnet.
Dieser Sieg in Garmisch-Partenkirchen unterstreicht nicht nur Odermatts herausragende Form in dieser Saison, sondern zeigt auch seine mentale Stärke, nach den Olympia-Rückschlägen zurückzukommen und die Konkurrenz erneut zu dominieren.



