Olympia-Bronze für Hase/Volodin: Weltmeister zu stark für Berliner Paarlauf-Duo
Gezittert, gehofft – aber am Ende reichte es nur für das Edelmetall! Minerva Hase (26) und Nikita Volodin (26) haben bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Bronzemedaille im Paarlauf gewonnen. Das Berliner Duo musste sich in einem spannenden Finale den überlegenen japanischen Weltmeistern Riku Miura (24) und Ryuichi Kihara (33) sowie den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina (20) und Luka Berulava (23) geschlagen geben.
Verpatzte Kür verhindert bessere Platzierung
Mit einer nicht fehlerfreien Kür konnten Hase und Volodin nicht an ihre starke Leistung aus der Kurzkür anknüpfen. Besonders der dreifache Salchow, den Hase nur einfach zeigte, wog schwer in der Wertung. Die Japaner erreichten mit 231,24 Punkten einen Saisonbestwert, während die Georgier auf 221,75 Zähler kamen. Das deutsche Paar sammelte 219,09 Punkte und sicherte sich damit den dritten Platz.
Nach der Kurzkür hatten Hase und Volodin noch mit gut fünf Punkten Vorsprung ins Finale gehen können. In der Kür liefen sie zur Musik „Memoryhouse“ von Max Richter (59) und zeigten trotz des Fehlers eine ansprechende Darbietung. Auf der Tribüne fieberten prominente Zuschauer mit, darunter Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt (60), Olympiasiegerin von Sarajevo 1984 und Calgary 1988, sowie der amerikanische Superstar Ilia Malinin (21).
Langer Weg zur Olympia-Teilnahme
Erst seit 2022 laufen Hase und Volodin zusammen. Der gebürtige Russe aus St. Petersburg war damals nach Berlin gekommen. Während er bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft Medaillen für Deutschland holen durfte, war dies bei Olympischen Spielen nicht möglich. Die Erleichterung folgte im Spätsommer 2025, als Volodin seinen deutschen Pass erhielt und damit der Weg zu den Spielen frei wurde.
Für Minerva Hase war die Partnerschaft mit Volodin ein Glücksfall. Nach der Trennung von ihrem früheren Eislaufpartner Nolan Seegert (33) hatte sie sogar überlegt, ihre Karriere zu beenden. „Ich hätte dann mein Psychologie-Studium zu Ende gebracht“, verriet sie in einem Interview. Diese Pläne sind nun vorerst aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.
Weiteres deutsches Paar in den Top 10
Annika Hocke (25) und Robert Kunkel (26), die als Elfte in die Kür gegangen waren, zeigten ein sehr gutes Programm mit nur wenigen Unsicherheiten. Mit 194,11 Punkten schafften sie den Sprung in die Top 10 und belegten am Ende den zehnten Rang. Damit konnten sich zwei deutsche Paare unter den besten Zehn platzieren.
Die Olympischen Spiele in Mailand bleiben für das deutsche Eiskunstlauf-Team damit in guter Erinnerung. Für Hase und Volodin ist die Bronzemedaille nicht nur eine Belohnung für ihre harte Arbeit, sondern auch ein Beweis dafür, dass sich ihr gemeinsamer Weg gelohnt hat – trotz aller bürokratischen Hürden und persönlichen Herausforderungen.



