Eine Medaille zwischen Triumph und Tränen: Forfangs olympischer Weg
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 hat der norwegische Skispringer Johan André Forfang eine der emotional bewegendsten Medaillen errungen. Der 30-Jährige sicherte sich im neu eingeführten Super-Team-Wettbewerb gemeinsam mit seinem Teamkollegen Kristoffersen Erik Sundal die Bronzemedaille – und widmete diesen Erfolg seinem kurz vor den Spielen an Krebs verstorbenen Vater.
Ein Versprechen, das gehalten wurde
„Die Medaille ist für ihn“, erklärte Forfang nach dem Wettkampf mit bewegter Stimme. Bereits vor den Spielen hatte er seinem Vater das Versprechen gegeben, um eine Medaille zu kämpfen, auch wenn er selbst eigentlich nicht daran geglaubt habe. Die letzten Monate waren für den erfahrenen Athleten, der bei den Spielen 2018 in Pyeongchang bereits Silber im Einzel und Team-Gold gewonnen hatte, äußerst belastend. Im März 2025 war er zudem in den sogenannten Anzug-Skandal verwickelt, und bei der diesjährigen Vierschanzentournee landete er nur auf Rang 13.
Die Entscheidung zwischen Spielen und Abschied
Damit Forfang überhaupt an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte, traf seine Familie eine schwere Entscheidung: Die Beerdigung des Vaters wurde verschoben. Erst am Freitag nach dem Wettkampf wird der Skispringer seinen Vater beisetzen können. „Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Spielen und der Beisetzung entscheiden musste“, sagte Forfang. Doch die Zeit in Predazzo an der Schanze war von tiefer Trauer geprägt: „Ich habe eigentlich nur geweint, immer an ihn gedacht“, gestand er dem norwegischen ‚Dagbladet‘.
Zwischen Trainingseinheiten und Wettkämpfen suchte der Athlet sogar Orgelmusik für die Trauerfeier aus. Doch diese Trauer brach ihn nicht – im Gegenteil: Im letzten Wettkampf der Skispringer schien sie ihm Flügel zu verleihen. Trotz schwieriger Schneebedingungen landete das norwegische Duo auf dem Bronzerang, hinter den Teams aus Österreich und Polen.
Enttäuschung für die DSV-Adler
Für die deutschen Skispringer Philipp Raimund (25) und Andreas Wellinger (30) blieb nur der undankbare vierte Platz. Der Wettkampf musste in der Finalrunde vor den letzten drei Springern abgebrochen werden, was ihre Medaillenchancen zunichtemachte.
Jeder Sprung für den Vater
„Ich dachte ja eigentlich, dass Papa bei den Spielen noch dabei sein kann. Das war nun nicht der Fall. Aber ich springe jetzt jeden Wettkampf für ihn“, hatte Forfang noch vor dem Super-Team-Wettbewerb erklärt. Nun hat er dieses Versprechen eingelöst und eine Medaille gewonnen, die wohl zu den persönlichsten und emotionalsten dieser Spiele zählt – eine Bronzemedaille, die mehr ist als nur Metall, sondern ein Tribut an einen geliebten Vater.



