Nordische Kombination: Olympia-Debakel für deutsche Hoffnungsträger
Olympia-Debakel für deutsche Kombinierer

Nordische Kombination: Olympia-Debakel für deutsche Hoffnungsträger

Predazzo (Italien), 17.02.2026 - Die deutsche Nordische Kombination, einst eine garantierte Medaillenbank bei Olympischen Spielen, erlebt bei den Winterspielen 2026 in Predazzo ein schweres Debakel. Nachdem bereits im Einzelwettbewerb von der Normalschanze die vorderen Plätze klar verpasst wurden, setzte sich die Negativserie am Dienstagmorgen beim Wettkampf von der Großschanze fort.

Frustrierte Athleten nach verpatzten Sprüngen

Während die internationalen Konkurrenten trotz schwieriger Windbedingungen solide Leistungen zeigten, stürzten die deutschen Athleten förmlich ab. Der zweimalige Olympiasieger Vinzenz Geiger (28) zeigte sich nach seinem Sprung auf nur 120,5 Meter sichtlich frustriert und rief in die TV-Kameras: „Ein Witz!“ Später erklärte der eigentlich als Hoffnungsträger geltende Athlet: „Das bezog sich auf meinen Sprung und die Bedingungen. Ich bin einfach frustriert gewesen, und dann kommt so etwas raus. Andere haben gezeigt, dass es geht. Ich war einfach zu schlecht auf der Schanze.“

Teamkollegen teilen das Schicksal

Johannes Rydzek (34) geht als bester Deutscher mit 123,5 Metern auf Platz 15 in den nachmittäglichen Zehn-Kilometer-Langlauf. Allerdings hat er bereits einen Rückstand von 1:23 Minuten auf die Spitze. Julian Schmid (26) folgt mit 124,5 Metern und zwölf Sekunden Rückstand auf Rydzek. Der eigentlich als Medaillenkandidat gehandelte Vinzenz Geiger liegt sogar 1:43 Minuten zurück.

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Julian Schmid äußerte sich selbstkritisch zu den schwachen Leistungen: „Das war grottenschlecht, das kann man ganz klar so sagen. Wir hatten alle genug Zeit und Sprünge, um uns auf die Schanze einzustellen. Uns ist das nicht gelungen – den anderen schon. Das ist ärgerlich, und dafür haben wir die saubere Quittung gekriegt.“

Medaillenträume geplatzt

Vor dem abschließenden Langlaufteil geben die deutschen Athleten zwar nicht auf, räumen aber ein, dass Medaillen kaum noch erreichbar sind. „Wir werden alles riskieren auf der Loipe“, sagt Schmid. Doch Vinzenz Geiger stellt klar: „Die Medaillenplätze sind vergeben. Ich bin immer ein positiver Mensch, aber da ist leider nichts mehr schönzureden.“

Johannes Rydzek, der bei seinen fünften Olympischen Winterspielen vor dem letzten Einzelwettkampf seiner Karriere steht, ergänzt nüchtern: „Vorn sind zu viele gute Leute.“ Zu diesen gehört insbesondere der norwegische Top-Favorit Jens Luraas Oftebro (25), der nach starken 132,5 Metern nur 22 Sekunden Rückstand auf den führenden Japaner Ryota Yamamoto (28/136,5 Meter) hat.

Historischer Einbruch

Die schwachen Leistungen markieren einen historischen Einbruch für die deutsche Nordische Kombination, die seit 2014 bei Olympischen Spielen regelmäßig Medaillen gewonnen hatte. Zehn Edelmetallgewinne in den vergangenen zwölf Jahren hatten die Erwartungen an das deutsche Team hochgeschraubt, doch in Predazzo scheinen diese Traditionen vorerst gebrochen.

Die deutschen Athleten müssen sich nun auf den abschließenden Langlauf konzentrieren, bei dem sie trotz der großen Rückstände noch um respektable Platzierungen kämpfen können. Eine Medaille wäre nach den enttäuschenden Sprungleistungen jedoch eine absolute Sensation.

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