Olympia-Drama für Lena Dürr: Slalom-Medaille zerplatzt bereits am ersten Tor
In Cortina d'Ampezzo erlebte die deutsche Skirennfahrerin Lena Dürr ein sportliches Fiasko, das an ihre Olympia-Enttäuschung von Peking vor vier Jahren erinnert. Als Zweitplatzierte nach dem ersten Slalom-Lauf schied sie im zweiten Durchgang bereits am ersten Tor aus und verpasste damit erneut eine mögliche Einzelmedaille bei Winterspielen.
Jähes Aus statt Edelmetall
„Katastrophe, worst case – aber so ist es jetzt“, kommentierte eine sichtlich enttäuschte Dürr das abrupte Ende ihres Olympia-Traums. Die Münchnerin, die zuletzt vor etwa 15 Jahren bei einem unterklassigen Fis-Rennen so früh ausgeschieden war, stand konsterniert im Zielraum und stemmte die Hände in die Hüften.
Teamkollegin Emma Aicher reagierte ebenfalls bestürzt auf das Missgeschick. Mit Sonnenbrille vor den Augen hockte sie im Ziel und drehte sich von den Kameras weg, als Dürr nach weniger als zwei Sekunden Fahrzeit aus dem Rennen war.
Wiederholung des Pekinger Dramas
Bereits bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking hatte Dürr eine Medaille im Slalom knapp verpasst. Damals war sie als Führende in den zweiten Lauf gegangen und noch auf Rang vier zurückgefallen. Das spätere Silber mit der Mannschaft blieb nur ein kleiner Trost.
In Cortina d'Ampezzo setzte sich diese Serie der Enttäuschungen fort. Nachdem sie bereits im Riesenslalom als Neunte gute Medaillenchancen verspielt hatte, wiederholte sich im Slalom das Drama. Ihr größter Einzelerfolg bleibt damit der WM-Bronze von 2023.
Shiffrins triumphale Rückkehr
Während Dürr scheiterte, feierte US-Superstar Mikaela Shiffrin ein überlegenes Comeback. Mit 1,50 Sekunden Vorsprung auf die Schweizerin Camille Rast krönte sie sich zur Olympiasiegerin und besiegte damit ihr eigenes Olympia-Trauma von 2022, als sie bei sechs Starts ohne Medaille blieb.
Die 30-jährige Amerikanerin holte ihre vierte Olympia-Medaille und festigte mit diesem Sieg ihre Dominanz im Slalom: zwei Goldmedaillen bei Winterspielen, vier WM-Titel und 71 Weltcup-Siege in dieser Disziplin sprechen eine klare Sprache.
Bilanz des deutschen Teams
Das deutsche Alpin-Team beendet die Spiele in Norditalien mit zwei Medaillen, die beide auf das Konto von Emma Aicher gehen. Die junge Fahrerin holte Silber in der Abfahrt und in der Team-Kombination mit Kira Weidle-Winkelmann.
Während die deutschen Frauen teilweise famose Leistungen zeigten, blieben die Männer in Bormio bei ihren Wettbewerben erneut ohne Edelmetall. Für Lena Dürr bleibt die Erkenntnis, dass sie trotz hervorragender Ausgangslage dem Druck der großen Olympia-Bühne wieder nicht standhalten konnte.



