Olympia-Drohnen: Spektakuläre Bilder und summender Sound bei Winterspielen
Olympia-Drohnen: Spektakuläre Bilder und summender Sound

Olympia-Drohnen revolutionieren die Sportübertragung

Mit spektakulären Bildern aus Italien wollen die Organisatoren der Olympischen Winterspiele die Fernsehzuschauer in ihren Bann ziehen. Erstmals kommen bei diesem Mega-Event flächendeckend Kamera-Drohnen zum Einsatz, die den Zuschauern daheim auf der Couch einen eindrucksvollen Einblick in die teils atemberaubenden Auftritte der Athleten ermöglichen. Das charakteristische Surren der Rotorblätter hat sich bereits zu einem der prägenden Olympia-Sounds entwickelt.

Neue Dimension der Sportberichterstattung

Insgesamt 15 sogenannte FPV-Drohnen sind laut Veranstaltern bei den Spielen im Einsatz. Diese werden von speziell geschulten Piloten ferngesteuert, die über Spezialbrillen virtuell den Blickwinkel der Drohne einnehmen. Yiannis Exarchos, Chef von Olympic Broadcasting Services (OBS), spricht von einer "neuen Dimension" der Sportübertragung. Seine Organisation produziert sämtliche Bilder der Wettkämpfe in Mailand und Cortina d'Ampezzo und verteilt sie an die Fernsehsender.

"Es schaut cool aus", sagt Skirennfahrerin Emma Aicher zu den Aufnahmen ihrer Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Tofana-Piste. Rodler Felix Loch schwärmt von einer "ganz schönen Sache" und räumt ein: "Es sind schon ganz andere Bilder." Während Drohnen-Aufnahmen von Skirennen aus Kitzbühel oder Wengen bereits bekannt waren, sind die Bilder aus dem engen Eiskanal eine absolute Neuheit.

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Der summende Olympia-Sound

Das beständige Surren der Drohnen erinnert manche Zuschauer an die Vuvuzelas bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Exarchos kann sich vorstellen, dass künstliche Intelligenz künftig diesen Sound aus der Übertragung herausfiltern könnte. Schließlich stehen an den Wettkampfstätten insgesamt 1.800 Mikrofone zur Verfügung, die für alternative Tonquellen sorgen.

Die Sportler selbst bekommen von den fliegenden Kameras kaum etwas mit. Skifahrer und Rodler berichten, dass sie unter ihren Helmen und wegen des Fahrtwindes kein Summen vernehmen. Selbst bei Indoor-Events ohne Helm stört der Ton nicht: Felix Maly, deutscher Eisschnellläufer, erklärt: "Nein, gar nicht. Die Halle ist so laut, viel lauter als die Drohne."

Sicherheit hat oberste Priorität

Großer Wert wird darauf gelegt, dass die fliegenden Kameras die Athleten nicht stören oder gefährden. Drohnen dürfen niemals über oder vor die Sportler geflogen werden, sondern verfolgen diese nur aus sicherer Entfernung. Die bei Olympia eingesetzten Drohnen wiegen gerade einmal 250 Gramm - ein deutlicher Unterschied zu jener XXL-Drohne, die 2015 während eines Slaloms in Madonna di Campiglio neben Ski-Star Marcel Hirscher auf die Piste stürzte.

Dieser Vorfall sorgte damals für einen großen Skandal in der Ski-Szene und Zweifel an der Sicherheit der Athleten. Bei den aktuellen Winterspielen äußern sich hingegen nur vereinzelt Experten und TV-Kommentatoren kritisch, die auf den Verfolgungsbildern die Skitechnik der Fahrer nur schwer erkennen können.

Verbesserungsvorschläge von Olympiasiegern

Der deutsche Rodler und Doppel-Olympiasieger Max Langenhan hat einen konkreten Verbesserungsvorschlag: "Die Drohnen müssten viel näher ran. Ich vermute, dass das wegen Sicherheitsrichtlinien nicht geht. Ich muss die Drohne hinten im Helm hören, dann sind die Aufnahmen richtig gut."

Von einem "Meilenstein" spricht Scott Young von WBD Sports Europe, zu dem Eurosport gehört. Christoph Netzel, ARD-Teamchef, bestätigt: "Viele Zuschauer empfinden die neue Technik auch als spannend und als optisches Erlebnis." Bis auf die Wettkämpfe in Eishockey, Eiskunstlauf und Curling kommen Drohnen laut Exarchos bei allen Sportarten zum Einsatz und setzen damit neue Maßstäbe in der Live-Übertragung von Wintersportevents.

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