Olympische Frühlingsgefühle: Bauchfrei im Winter als Hingucker
Wintersportler sind bekannt für ihre Härte und Widerstandsfähigkeit. Einen besonders auffälligen Beweis dafür lieferten bei den Olympischen Spielen in den italienischen Alpen zwei Langläufer, die mit ungewöhnlicher Bekleidung für Aufsehen sorgten.
Wiederholungstäter Andrew Musgrave und der US-Amerikaner Hagenbuch
Während Johannes Hoesflot Klaebo mit seinem achten olympischen Langlauf-Gold Historisches schaffte, waren die eigentlichen Hingucker des Tages andere Athleten. Bei Sonnenschein und Temperaturen deutlich über null Grad kamen beim Briten Andrew Musgrave und John Steel Hagenbuch aus den USA im Freistil-Rennen über 10 Kilometer offenbar Frühlingsgefühle auf. Beide verzichteten komplett auf den sonst obligatorischen Langlauf-Anzug. Stattdessen liefen sie in Tesero nur mit dem Nummern-Leibchen über ihrem nackten Oberkörper durch den Schnee.
Andrew Musgrave ist mit seinem Bauchfrei-Outfit sogar ein Wiederholungstäter. Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld war der 35-Jährige auch schon „oben ohne“ über 15 Kilometer klassisch angetreten. Dass er damals in diesem Rennen den achten Platz belegt hatte, war offenbar für ihn ein gutes Omen und bestärkte ihn in seiner unkonventionellen Bekleidungswahl.
Erfolgreiche Leistungen trotz minimaler Bekleidung
In Tesero kam der seit Jahren beste britische Langläufer auf den beachtlichen sechsten Platz und hatte lediglich 30,1 Sekunden Rückstand auf Sieger Klaebo. Nicht ganz so schnell war John Steel Hagenbuch. Der 24-Jährige wurde 14. und war 1:04,6 Minuten langsamer als der norwegische Langlauf-Star, der sein achtes Olympia-Gold gewann und damit zu seinen Landsleuten Marit Björgen (Langlauf), Ole Einar Björndalen (Biathlon) und Björn Dählie (Langlauf) aufschloss.
Die ungewöhnliche Bekleidung der beiden Athleten sorgte für Diskussionen unter Zuschauern und Experten. Während einige die Entscheidung als mutig und an die Wetterbedingungen angepasst lobten, fragten sich andere, ob dies ein neuer Trend im Langlaufsport werden könnte. Die Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt und der strahlende Sonnenschein in den italienischen Alpen boten jedenfalls ideale Bedingungen für diese unkonventionelle Herangehensweise.
Die Leistungen beider Athleten zeigen, dass sportlicher Erfolg nicht zwangsläufig von traditioneller Sportbekleidung abhängt. Musgraves sechster Platz beweist, dass er trotz minimaler Bekleidung zu den weltbesten Langläufern gehört. Sein Auftritt erinnert an frühere Generationen von Wintersportlern, die mit deutlich weniger technischer Ausrüstung auskommen mussten.



