Kondome bei Olympia: Traditioneller Verbrauch sorgt für Heiterkeit
Die kostenlosen Kondome für Athletinnen und Athleten stellen bei jeder Austragung der Olympischen Spiele ein viel diskutiertes Thema dar. Bei den aktuellen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo hat dieser Brauch erneut für Aufmerksamkeit gesorgt, da die Vorräte bereits aufgebraucht sind. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die teilnehmenden Sportler zeigen sich gleichermaßen amüsiert über die Situation.
IOC-Sprecher mit Augenzwinkern: "Es ist die Regel 62"
Mark Adams, Sprecher des IOC, kommentierte den hohen Verbrauch mit humorvollen Worten. "Das Klischee besagt, dass der Valentinstag im olympischen Dorf in vollem Gange ist", erklärte er mit einem Augenzwinkern. "Es scheint die inoffizielle Regel 62 der Olympischen Charta zu sein, dass es eine Kondomgeschichte geben muss." Adams bezog sich dabei auf die mehreren Tausend Präservative mit Olympia-Logo, die für die Sportler bereitgestellt wurden und nun vollständig aufgebraucht sind.
Skirennfahrerin vermutet Souvenir-Motive
Die madagassische Skirennfahrerin Mialitiana Clerc äußerte eine interessante Theorie zum raschen Verschwinden der Kondome. "Als ich die Nachricht auf Instagram sah, fand ich es sehr, sehr witzig", sagte die Athletin während einer Pressekonferenz. "Ich war nicht besonders schockiert, denn ich weiß, dass viele Menschen bei Winterspielen Kondome nutzen." Clerc erinnerte sich an ihre Erfahrungen bei den Spielen in Peking vor vier Jahren, wo täglich leere Kondom-Kartons an den Gebäudeeingängen zu finden waren.
"Vielleicht nehmen sie sie auch nur als Geschenk für ihre Freunde außerhalb von Olympia mit", spekulierte die Sportlerin über mögliche Motive. Diese Vermutung würde erklären, warum die mehrere Tausend Kondome umfassende Lieferung so schnell vergriffen war, obwohl im olympischen Dorf nur etwa 2.800 Athletinnen und Athleten untergebracht sind.
Lange Tradition olympischer Kondom-Verteilung
Die Praxis, bei Olympischen Spielen kostenlose Kondome anzubieten, reicht bis ins Jahr 1988 zurück. Damals wurden bei den Sommerspielen im südkoreanischen Seoul erstmals Präservative für die Teilnehmer bereitgestellt. Seitdem hat sich diese Tradition etabliert und erreichte bei den Spielen 2024 in Paris mit etwa 300.000 verteilten Kondomen einen vorläufigen Höhepunkt.
Die aktuelle Situation in Cortina wirft nun die Frage auf, ob Nachschub organisiert werden wird. Die italienische Tageszeitung "La Stampa" hatte zunächst über den vollständigen Verbrauch berichtet, ohne Klarheit über mögliche weitere Lieferungen zu schaffen. Das olympische Motto "Schneller, höher, weiter - gemeinsam" erhält durch diese Entwicklung eine unerwartete zusätzliche Bedeutungsebene.



