Wetter-Chaos bei Olympia-Slalom: 11 Top-Fahrer scheiden aus – Grieche beendet Karriere
Olympia-Slalom-Chaos: 11 Top-Fahrer raus, Grieche beendet Karriere

Wetter-Chaos dominiert Olympia-Slalom in Bormio

Der Slalom bei den Olympischen Winterspielen in Bormio wurde am 16. Februar 2026 von extremen Wetterbedingungen überschattet. Bei heftigem Schneefall und schlechter Sicht mussten im ersten Durchgang zahlreiche Favoriten das Rennen vorzeitig beenden. Von den Top-30-Fahrern kamen ganze 11 Athleten nicht ins Ziel – ein außergewöhnlich hoher Ausfall in einem Weltcup- oder Olympia-Rennen.

Riesige Rückstände durch Schneetreiben

Bereits bei der morgendlichen Streckenbesichtigung fielen dicke Schneeflocken, die während des gesamten Rennens anhielten. Pistenarbeiter waren im Dauereinsatz, um mit Schaufeln die Ideallinie der Fahrer freizulegen. Die schwierigen Bedingungen führten zu enormen Zeitverlusten, besonders im Mittelteil der Piste. Platz 10, Tommaso Saccardi, lag bereits 2,23 Sekunden hinter dem Führenden Atle Lie McGrath (25).

Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen (25) scheidet aus

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Zu den prominenten Ausfällen gehörte der brasilianische Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen. Der 25-Jährige rutschte bei einem Linksschwung auf dem Innenski aus und stürzte. Im ZDF-Interview kommentierte Braathen: „Das ist die Realität dieses fantastischen Sportes. Der Schnee ist trocken und man muss diese Balance finden. Das ist wirklich schwierig. Wenn man dann einen Fehler macht, scheidet man schnell aus.“

Deutscher Medaillenkandidat kämpft mit Bedingungen

Linus Straßer (33), deutscher Medaillenkandidat, verlor allein bei den letzten beiden Zwischenzeiten 1,6 Sekunden und lag nach dem ersten Durchgang auf Platz zwölf mit 2,35 Sekunden Rückstand auf McGrath. Straßer erklärte im ZDF: „Es ist nicht einfach. Kurssetzung, Sicht, der Hang – diese Kombination. Das ist so ein Rennen, da könntest du mich zehnmal runterschicken und ich wüsste nicht, wie es schneller geht. Das ist immer ein bisschen frustrierend.“

Für den zweiten Slalom-Durchgang um 13.30 Uhr wurde eine Wetterbesserung prognostiziert – der Schnee sollte sich in Regen umwandeln. Straßer blieb dennoch optimistisch: „Ich bleibe voll bei mir und fokussiere mich auf das Wesentliche.“

Griechischer Skistar beendet Karriere nach Verletzungspech

Ein besonders emotionaler Moment war die Fahrt des Griechen AJ Ginnis (31). Der Athlet, der seit Monaten mit Knöchelproblemen kämpfte, fuhr die „Pista Stelvio“ in großem Bogen und gemächlichem Tempo hinunter, um Slalom-Stangen zu umfahren. Ginnis, der 2023 Vize-Weltmeister wurde und damit die erste Ski-Medaille für Griechenland holte, beendete mit dieser Fahrt offiziell seine Karriere.

Linus Straßer, enger Freund von Ginnis, berichtete auf BILD-Nachfrage: „AJ ist ein wahnsinnig guter Freund von mir. Das war auch schon in den letzten Tagen emotional. Ich habe ihn heute Morgen beim Gondel-Einstieg getroffen. Da war er völlig aufgelöst. Dann braucht auch so ein starker Typ mal eine Umarmung. Er hat sein Leben lang gekämpft, um in der Weltspitze dabei zu sein. Und dann wurde er in den letzten zwei Jahren immer wieder von Verletzungen geplagt und konnte nur drei Rennen fahren.“

Die außergewöhnlichen Wetterbedingungen in Bormio führten zu einem der chaotischsten Slalom-Rennen der jüngeren Olympia-Geschichte und beeinflussten sowohl den Wettkampfverlauf als auch persönliche Karriereentscheidungen der Athleten.

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