Olympia-Drama in Bormio: Tatjana Paller verpasst historische Medaille knapp
Paller verpasst Olympia-Medaille im Skibergsteigen

Historischer Moment ohne Happy End: Tatjana Paller verpasst Olympia-Medaille

Es war ein historischer Moment für den Wintersport – doch für Tatjana Paller (30) endete die Olympia-Premiere des Skibergsteigens in Bormio mit einer herben Enttäuschung. Die deutsche Sportsoldatin landete im Sprint-Finale auf dem undankbaren vierten Platz und verpasste damit ganz knapp eine historische Medaille bei der erstmaligen Austragung ihrer Sportart bei Olympischen Spielen.

Schweizerin Fatton schreibt Olympia-Geschichte

Vor den Augen von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) schrieb die Schweizerin Marianne Fatton (30) Olympia-Geschichte, indem sie als erste Skibergsteigerin überhaupt Gold gewann. Silber ging an Emily Harrop (28) aus Frankreich, Bronze holte sich die Spanierin Ana Alonso Rodriguez (31). Für Paller blieb trotz starker Vorleistungen nur der vierte Platz.

Bitteres Finale nach starken Vorrunden

Die Enttäuschung war Paller deutlich anzusehen. Im Vorlauf und im Halbfinale hatte die Deutsche jeweils überzeugende zweite Plätze belegt und sich damit souverän für das Finale qualifiziert. Doch im entscheidenden Rennen verpatzte sie den Start und lief ihren fünf Konkurrentinnen zunächst hinterher. Zwar konnte sie im Verlauf des Rennens den Rückstand noch verkürzen, für eine Medaille reichte es am Ende jedoch nicht mehr.

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Bewegende Geschichte hinter der Sportlerin

Die Geschichte der 30-Jährigen ist besonders bewegend. 2016 war Paller als ehemalige Bahnradfahrerin noch als mögliche Ersatzfahrerin im Vierer auf dem Sprung nach Rio, scheiterte aber knapp. Nach dem schweren Trainingssturz von Olympiasiegerin Kristina Vogel (35), die seitdem querschnittsgelähmt ist, verlor Paller ihre Leidenschaft für den Radsport. Die Angst fuhr fortan mit. Daraufhin wechselte sie zu ihrem anfänglichen Hobby, dem Skibergsteigen – und stand nun bei der Olympia-Premiere dieser Sportart kurz vor einer Medaille.

Enttäuschung auch für andere deutsche Starter

Für die anderen deutschen Starter verlief der Wettkampftag ebenfalls enttäuschend. Helena Euringer (19) schied als Fünfte ihres Vorlaufs aus. Jugend-Weltmeister Finn Hösch (23) verpasste mit einem vierten Platz in seinem Vorlauf den Einzug ins Halbfinale. Seine Zeit von 2:51,99 Minuten reichte nicht für die drei zeitschnellsten Athleten als Lucky Loser.

Hösch analysiert seine Probleme: „Wir haben Neuschnee-Bedingungen. In den Wechselzonen ist das Handling komplett anders. Da bin ich etwas staksig in die Wechselzone reingekommen, habe sehr viel Zeit beim Wechsel verloren und damit leider das Rennen aus der Hand gegeben.“ Beim ersten Wechsel bekam er die Ski nicht richtig zusammen, beim zweiten Wechsel stolperte er leicht und verlor wertvolle Sekunden.

Nächste Chance in der Mixed-Staffel

Am Samstag, dem 21. Februar, steht bereits die nächste Disziplin auf dem Programm: die Mixed-Staffel. Hier bilden je eine Frau und ein Mann einer Nation ein Team. Für Deutschland werden Tatjana Paller und Finn Hösch an den Start gehen und versuchen, die Enttäuschung vom Sprintwettbewerb hinter sich zu lassen.

Die Olympia-Premiere des Skibergsteigens in Bormio bleibt damit für das deutsche Team zunächst eine Geschichte verpasster Chancen – mit der Hoffnung auf bessere Ergebnisse in der kommenden Disziplin.

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