Para-Biathlon: Dreifach-Bronze für Deutschland trotz technischer Pannen und Schießfehlern
Cortina d’Ampezzo, 13.03.2026 – Die deutschen Para-Biathleten haben bei den Wettkämpfen in Tesero erneut ihre Stärke unter Beweis gestellt, auch wenn die ersehnte Goldmedaille weiterhin ausblieb. In der Verfolgung sicherte sich „Team D“ gleich dreimal Bronze, wobei die Athleten mit technischen Problemen und unerwarteten Schießfehlern zu kämpfen hatten. Die Leistungen von Anja Wicker, Marco Maier und Leonie Maria Walter sorgten für spannende Momente und emotionale Reaktionen.
Anja Wicker: Fehlerfreies Finale nach schwankender Qualifikation
Anja Wicker, die aufgrund einer Fehlbildung der unteren Wirbelsäule antritt, zeigte im Finale eine beeindruckende Aufholjagd. Nach vier Schießfehlern in der Qualifikation blieb die 34-Jährige im entscheidenden Rennen fehlerfrei und sicherte sich damit ihre dritte Medaille bei diesen Wettkämpfen. Zuvor hatte sie bereits Bronze im Sprint und Silber im Einzel geholt. „Dass ich jetzt in allen drei Biathlon-Wettbewerben eine Medaille geholt habe, ist unglaublich, gerade wenn ich meine schwankenden Schießleistungen in dieser Saison sehe. Aber heute gab es das Happy End“, kommentierte Wicker ihre Leistung. Der Sieg ging an die Amerikanerin Kendall Gretsch vor Yunji Kim aus Südkorea.
Marco Maier: Bronze trotz Schießproblemen
Ebenfalls Bronze holte Marco Maier in der stehenden Klasse. Der 26-jährige Oberstorfer, der aufgrund verkürzter Finger an der linken Hand nur mit einem Stock läuft, leistete sich im Finale drei Schießfehler, was den möglichen Paralympics-Sieg vereitelte. „Vor den Paralympics hätte ich dreimal Bronze in drei Rennen sofort unterschrieben. Das ist natürlich ein super Gefühl. Aber heute habe ich schon an Gold kurz geschnuppert. Es hat heute am Schießen gelegen. Dreimal danebenzuballern, ist bei einem solchen Großevent super ärgerlich“, erklärte Maier nach dem Rennen.
Leonie Maria Walter: Jury-Drama nach Kopfhörer-Defekt
Am spannendsten gestaltete sich das Rennen für Leonie Maria Walter und ihren Guide Christian Krasman. Als die Deutsche zum ersten Schießen kam, streikten ihre Kopfhörer, die für sehbehinderte Biathleten essenziell sind. Über das Visier am Gewehr wird die Position zum Ziel gemessen, und je näher die Schützin dem Zielzentrum kommt, desto höher wird der Ton, den sie über die Kopfhörer wahrnimmt. Nach einer Jury-Überprüfung erhielt Walter für den technischen Defekt eine Zeitgutschrift von einer Minute, wodurch sie auf den Bronzerang vorrückte. Dagegen protestierte das viertplatzierte tschechische Duo Simona Bubenickova und David Srutek, was zu einem weiteren Jury-Drama führte. Am Ende vergab die Jury nach Protest und Gegenprotest zweimal Bronze – sowohl an das deutsche als auch an das tschechische Duo.
Die deutschen Para-Biathleten haben damit trotz aller Widrigkeiten eine starke Teamleistung gezeigt und können mit drei Bronzemedaillen zufrieden sein. Die Wettkämpfe in Tesero bleiben durch technische Pannen, emotionale Höhepunkte und faire Jury-Entscheidungen in Erinnerung.



