Biathlon-Drama in Antholz: Passler verpasst Olympia-Start trotz Freigabe
Die italienische Biathletin Rebecca Passler wird bei den Olympischen Winterspielen nicht an den Start gehen, obwohl das Berufungsgericht der nationalen Anti-Doping-Behörde ihre Suspendierung aufgehoben hatte. Die 24-Jährige ist nicht für die Frauenstaffel nominiert, die am Mittwoch um 14:45 Uhr in Antholz um olympische Medaillen kämpfen wird.
Offizielle Aufstellung ohne Passler
Wie aus der offiziellen Aufstellung des italienischen Wintersportverbands hervorgeht, setzt das Team auf ein Quartett mit den erfahrenen Stars Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer. Ergänzt wird die Mannschaft durch Hannah Auchentaller und Michela Carrara. Rebecca Passler, die nach ihrer zwischenzeitlichen Suspendierung wieder mit dem Nationalteam trainieren durfte, findet in der entscheidenden Besetzung keine Berücksichtigung.
Doping-Vorfall mit ungewöhnlicher Begründung
Der gesamte Fall begann mit einer positiven Dopingprobe außerhalb des Wettkampfes im Januar. Passler wurde dabei Letrozol nachgewiesen, ein Medikament, das normalerweise zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird. Die Athletin betonte von Beginn an, es handele sich um einen Fall von Verunreinigung und nicht um absichtliches Doping.
Ihre Erklärung lautete, dass ein Löffel, der mit dem Medikament ihrer an Brustkrebs erkrankten Mutter in Kontakt gekommen war, später versehentlich beim Essen verwendet wurde. Durch diese Kontamination könnten minimale Rückstände in ihren Körper gelangt sein. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete detailliert über den Vorfall und zitierte eine ungewöhnliche Begründung:
„Die feste Gewohnheit beider, Nutella zum Frühstück zu essen, deutet eindeutig auf eine versehentliche Speichelverunreinigung des Nutella-Behälters hin, mit dem die Athletin versehentlich in Kontakt kam.“
Juristischer Sieg ohne sportliche Konsequenz
Obwohl das Berufungsgericht der Nado Italien Passlers Argumentation folgte und ihr die Teilnahme an den Olympischen Spielen erlaubte, hat diese Entscheidung keine unmittelbaren sportlichen Auswirkungen. Die Trainer und Verbandsverantwortlichen entschieden sich bewusst für eine andere Staffelbesetzung, die ohne die 24-Jährige auskommt.
Dies bedeutet, dass Passler zwar formal die Möglichkeit zum Olympiastart hätte, praktisch aber von den Rennen in Antholz ausgeschlossen bleibt. Ein juristischer Sieg, der im entscheidenden Moment ohne unmittelbare sportliche Umsetzung bleibt.
Die italienische Frauenstaffel geht nun mit einer veränderten Besetzung in das wichtige Rennen, während Rebecca Passler weiterhin am Schießstand trainiert – aber nur für zukünftige Wettkämpfe außerhalb der Olympischen Spiele.



