Peiffers bitterster Olympia-Moment: Der umstrittene Zielsprint von Pyeongchang
Peiffers bitterster Olympia-Moment: Zielsprint-Aufreger

Peiffers bitterster Olympia-Moment: Der umstrittene Zielsprint von Pyeongchang

Heute vor acht Jahren hätten die deutschen Biathleten Arnd Peiffer, Erik Lesser und Laura Dahlmeier ein gemeinsames Olympia-Highlight feiern können. Stattdessen endete der Abend in Pyeongchang mit Frust und einem handfesten Aufreger, der bis heute nachwirkt.

Das Dream-Team und die verpasste Goldchance

Die deutschen Biathleten hatten ihren vierten Olympia-Triumph bei den Winterspielen 2018 in Südkorea vor Augen. Dreimal hatten Laura Dahlmeier in Sprint und Verfolgung sowie Arnd Peiffer im Sprint dem DSV-Team bereits Gold beschert. Es waren Festwochen für die deutschen Biathlon-Fans. Ein echtes Dream-Team mit Dahlmeier, Peiffer, Erik Lesser und Vanessa Hinz, die kurzfristig für den erkrankten Simon Schempp einsprang, wollte die Bilanz in der Mixed-Staffel weiter aufbessern.

Lange sah es tatsächlich nach Gold Nummer vier aus. Vanessa Hinz rechtfertigte ihre Aufstellung mit einer starken Vorstellung: Zehn Schuss, zehn Treffer. Laura Dahlmeier lieferte sich auf Position zwei ein packendes Duell mit Dorothea Wierer und übergab mit einem Vorsprung von 29,9 Sekunden an Erik Lesser. Der baute den Vorsprung am Schießstand weiter aus und lag beim letzten Wechsel 32,6 Sekunden vor den Verfolgern.

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Peiffers Einbruch und der kontroverse Zielsprint

Arnd Peiffer wurde nun von Martin Fourcade, Emil Hegle Svendsen und Dominik Windisch gejagt. Beim Liegendschießen musste Peiffer zweimal nachladen, der fehlerfreie Fourcade schloss auf und zog vorbei. Mit einer Schnellfeuereinlage sicherte Fourcade Frankreich Gold vor Norwegen. Peiffer zeigte Nerven und musste nach einer Strafrunde im Schlusssprint gegen Dominik Windisch antreten.

Doch genau hier entzündete sich der Aufreger: Im Zielsprint wechselte Windisch – nach Beginn der durch Zweige gekennzeichneten Korridore – auf der Zielgeraden die Spur und schnitt Peiffer damit den Weg ab. Den Regeln des Weltverbands IBU zufolge ist dies nicht erlaubt. Deutschland legte umgehend Protest ein.

Die umstrittene Jury-Entscheidung

Nach einer halben Stunde bangen Wartens kam die Hiobsbotschaft: Die Jury sah keine entscheidende Behinderung Peiffers durch Windisch auf den letzten Metern. Peiffer habe seine Geschwindigkeit nicht verringern müssen. Eine Entscheidung, die für Unverständnis sorgte.

Arnd Peiffer fühlte sich um Bronze betrogen: „Ich glaube, dass es nicht fair war und die IBU die falsche Entscheidung getroffen hat.“ Auch sein Teamkollege Erik Lesser, heute sein Podcast-Partner, zürnte: „Das war ein klarer Regelverstoß, der eine Disqualifikation nach sich ziehen muss.“ Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig nahm es gelassener hin: „Wir müssen die Entscheidung schlichtweg akzeptieren.“

Ein tröstlicher Abschluss und späte Genugtuung

Trotz der dramatisch verpassten Medaille beendete das deutsche Biathlon-Team Olympia mit der besten Bilanz aller teilnehmenden Nationen. Peiffer und Lesser linderten ihren Fruss außerdem mit Bronze in der Männer-Staffel an der Seite von Simon Schempp und Benedikt Doll.

Die tragische Heldin von Pyeongchang blieb Vanessa Hinz, die trotz starker Leistung ohne Medaille abreiste. Ein Jahr vor ihrem Karriere-Ende 2023 behob die dreimalige Staffel-Weltmeisterin aber ihren Makel: 2022 in Peking gewann sie ihre erste Olympia-Medaille in der Staffel mit Vanessa Voigt, Franziska Preuß und Denise Herrmann.

Der bittere Moment von Pyeongchang bleibt dennoch im Gedächtnis – als Beispiel für die oft schmalen Grenzen zwischen Triumph und Enttäuschung im Spitzensport.

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