Franziska Preuß greift bei Olympia in Antholz nach erster Einzelmedaille
Für die Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß beginnen bei den Olympischen Winterspielen in Antholz die entscheidenden Individualrennen, die zugleich das letzte Großevent ihrer beeindruckenden Karriere markieren. Die 31-jährige Bayerin führt das deutsche Aufgebot an, das am Mittwoch um 14:15 Uhr in der ARD und bei Eurosport über die anspruchsvolle 15-Kilometer-Distanz antreten wird.
Deutsches Quartett mit unterschiedlicher Olympia-Erfahrung
Neben der erfahrenen Franziska Preuß gehören Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian zum deutschen Team des Deutschen Skiverbands. Während Preuß und Voigt bereits über olympische Erfahrung verfügen, werden für Hettich-Walz und Grotian diese Winterspiele in Antholz zur absoluten Premiere auf der größten Bühne des Sports.
Preuß hatte bereits Grund zur Freude, als sie am Sonntag mit der deutschen Mixed-Staffel die Bronzemedaille gewann. Doch im Einzelrennen wartet die Bayerin noch immer auf ihren ersten olympischen Einzelerfolg. Bereits 2018 in Pyeongchang verpasste sie als Vierte knapp das Podest.
Voigt mit ähnlicher Olympia-Geschichte
Vanessa Voigt teilt ein ähnliches Schicksal mit ihrer Teamkollegin. Vor vier Jahren bei den Spielen in Peking verpasste sie Bronze im Einzelrennen um nur hauchdünne 1,3 Sekunden und landete ebenfalls auf dem vierten Platz. Beide Athletinnen sind somit hochmotiviert, bei diesen Spielen endlich den ersehnten Sprung auf das olympische Podest zu schaffen.
Hettich-Walz: Olympia-Premiere als Mutter
Für Janina Hettich-Walz bedeutet die Olympia-Teilnahme eine besondere Herausforderung. Die 29-Jährige, die im vergangenen Februar Mutter geworden war und es in rekordverdächtiger Zeit zurück in den Weltcup schaffte, startet erstmals bei Olympischen Spielen. „Ich bin sehr froh, hier dabei zu sein“, betonte die WM-Zweite im Einzel von 2024.
Aufgrund strenger Infektionsschutzmaßnahmen während der Winterspiele muss Hettich-Walz vorübergehend von ihrer kleinen Tochter Karlotta getrennt sein. „Es war mein Ziel, zurückzukommen und mich für Olympia zu qualifizieren. Da ist ganz klar, dass ich auch mal eine Woche von meiner Tochter getrennt sein werde“, erklärte die erste noch aktive Mutter im deutschen Biathlon-Team überhaupt.
Ihre Familie wird erst am Donnerstag in Antholz eintreffen. „Ich wohne im Mannschaftshotel und deshalb habe ich meine Tochter auch nicht dabei. Mein Mann und sie kommen am Donnerstag“, so Hettich-Walz, die betonte: „Ich wusste, wie es sein wird und hatte Zeit, mich darauf einzustellen.“
Deutsche Biathlon-Hoffnungen im Einzelrennen
Das deutsche Quartett tritt mit unterschiedlichen Voraussetzungen, aber gemeinsamer Zielsetzung an. Während Preuß und Voigt ihre olympischen Erfahrungen nutzen wollen, um endlich eine Einzelmedaille zu gewinnen, hoffen Hettich-Walz und Grotian auf eine erfolgreiche Olympia-Premiere.
Die Erinnerung an Denise Herrmann-Wicks überraschenden Goldgewinn im Einzelrennen von Peking 2022 gibt dem deutschen Team zusätzlichen Auftrieb. Alle vier Athletinnen wissen, dass in Antholz alles möglich ist – besonders für Franziska Preuß, die in ihrem letzten olympischen Auftritt Geschichte schreiben möchte.



